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Was ich ehemals tadelte, war nicht seine Schuld. MeineEmpfehlungen.
27.
Göttingcn, den IL. Novcmb. l7S2.
tagtäglich, mein lieber Vetter, bist Du, wie Du leicht erra-then kannst, der Gegenstand meiner Rede und meiner Gedanken.Allein Du weißt auch, wie sauer mir das Schreiben wird. DaßDu gesund warst, wußte ich von meinem Bruder. Über Deineübrige Lage gekraute ich Dich wegen Deiner Verhältnisse nichtzu fragen, weil ich nicht weiß, in wie fern Du jetzt eine Schil-derung davon einem Briefe anvertrauen konntest oder möchtest.ES war mir bekannt, daß Du Deinem Fürsten nicht blos treudienst, sondern ihn auch liebst, ich wagte es also nicht, dem Ne-veu Veranlassung zu geben, den Unterthan und Diener zu com-promittircn. Am besten ist es in dieser Zeit, keine Neuigkei-ten von Wichtigkeit zu schreiben, ich verlange sie von Niemandund schreibe sie an Niemand. Ich denke bei jedem Briefe, denich an einen Freund schreibe, mein ärgster Feind stände hintermir und sähe mir zu. Indessen heucheln muß man nie. DieLage Deines guten Landesfürsten gebt mir und Allen, die ichdarüber gesprochen habe, nahe. Er hat aber gewiß das Weisestegethan. Ich hoffe, wenn die braven Hessen näher kommen, solles besser werden, und ich habe heute mit Vergnügen in denZeitungen gelesen, daß die Franzosen Nauheim und die Ge-gend verlassen. Wenn nur ihre principis auch mit zurückzögen,aber die haben, wie ich höre, sehr festen Fuß selbst in Braun-schweig gefaßt. Hier Gottlob nicht. Ich glaube kaum, daß