Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16

und gesprochen, so würde ich ibm, einem solchen Spitzbuben, 1VEtwas nicht sagen, indem ich dergleichen Gerechte bloß vor derTbürc oder im Vvrsaale spreche und Alles so geschwind als mög-lich abthue. Umgekehrt wäre wohl das Einzige, was ich bei ei-nem solchen Vorfall von Zusammenkunft gethan haben würde,dieses gewesen, allenfalls meinen Bruder zu warnen, sich vordem Juden in Acht zu nehmen, wenn er ihn in Darmstadttreffen sollte. Nun Etwas von mir selbst, einem Artikel, dermir sehr interessant gewesen ist. Mit meiner Gesundheit stehtes fast noch immer auf dem alten Fuß, ich bin immer kränk-lich und fast nie krank, doch hatte ich neulich einen Anfall,der mich das Bette zu hüten zwang, ich wurde aber doch durchein selbst verordnetes Brechmittel wieder auf die Beine gebracht.Ich fliehe die Ärzte so viel ich kann, denn ich habe bisher ge-funden, daß ihre abführenden Mittel für den Beutel unter al-len am sichersten wirkten, und weil ich eine tödtliche Schwind-sucht in jenen Thcilen befürchtete, so verschreibe ich jetzt selbst,und jenes unentbehrliche Glied in dem System meines anima-lischen Lebens bat und behält seit der Zeit eine meiner Lage an-gemessene Stärke.

Du weißt, daß wir jetzt 3 königl. Prinzen hier haben, diebeiden ältesten, Ernst und August, wohnen mit mir unter ei-nem Dache, der jüngste, Adolphus, aber in dem sogenanntenBüttnerschen Hause, das nun ebenfalls Dieterichen gebort.Beide Häuser sind nun übcreins und geschmackvoll angestrichenund machen, selbst ihre nobelen Bewohner abgerechnet, dieZierde von Göttingen aus. In der Frankfurter Zeitung wnrdeneinmal ihre Lehrer genannt. Da ich bei der ersten Anordnungihrer Stunden eben nicht damit prahlte, so bin ich aus jenerListe herausgebliebcn. Aber Lcß und ich sind die einzigen, die