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mehren hat das Lyrische viel einladendes für Tonkünstler.Die Romane sind Meisterstücke. Die Schilderungen derNatur und Sitten, die Beschreibung des „römischen Car-ncval" ( »789), „Winckclmann und sein Jahrhundert"(i8o5), hingeworfene Grundrisse von Erscheinungen desoffenen Lebens, Reisebemerkungen, alterthümliche undwissenschaftliche Aufsätze, Beurtheilungen unterscheiden sichdurch anspruchlose Genialität; Gedanken und Bilder tretenwie erhobene Arbeit in ihnen hervor; oft überraschen feineZuge in Kleinem und sinnreiche Verbindungen; die Wahlder Worte ist musterhaft glücklich. Auf die früheren Samm-lungen seiner „Schriften" (Leipzig 1787 fll. LB.) und„neuen Schriften" (Berlin »792 fll. 7B.) hat Götheeine vollständige Ausgabe der sämmtlichcn „Werke" (Tü-bingen >807 f. ,ZB.; verm. >3i6f. 20 B.) folgen lassen.
Es kann nicht befremden, daß Gvthe bcy seiner erstenlitterärischen Erscheinung vielfach misverstanden, fast ebenso unrichtig bewundert, als getadelt worden ist; vieleästhetische Altkluge haben ihn verkannt, verschrieen, ver-höhnt; selbst im zweytenJahrzehnde seines schriftstellerischenWirkens und Ruhmes haben manche zünftige Gesellen, diesich für Meister hielten, dem unzünftigen Meister die gebüh-rende Achtung versagt. Allgemeinere Empfänglichkeit für dieGröße und den Reichthum seiner Eigenthümlichkcit scheintwo nicht durch, doch mit Verbreitung der kritischen Philo-sophie (s. »786) gefördert worden zu seyn.
Die Gränzcn, innerhalb derer sich die geschichtlicheBetrachtung über allgemeinere nnd wahrnehmbare Ent-wickelung und Gestaltung der teutschen Nationallittcraturhalten soll, würden weit überschritten werden, wenn sieden unter den ausgezeichnetesten Wortführern noch sort-dauernden Kampf der Schnlphilvsophie umfassen, und auf