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2 (1819)
Entstehung
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MUthwillig- schalkhaften Lieder und Erzählungen stehen denbesseren des Zeitalters nicht nach, ohne ihnen im Ganzenmerklich überlegen zu seyn. Die Epigramme, deren Theo-rie Lessing's Scharfsinn zu begründen anfing, haben reicheMannigfaltigkeit und überraschend natürlichen, treffendenWitz; sind auch die glücklichen Einfälle großen Tbciles vonAnderen, namentlich von E. Cordus entlehnt, so werdensie doch durch geistvolle Einkleidung des Dichters Eigen-thum. Wahre Meisterstücke sind seineFabeln" (Berlin2769; 1777) in unübertreflich körniger Prosa; das zurVersinniichung einer Wahrheit gewählte Bild hat die ange-messenste Bedeutsamkeit und in der täuschend kunstlosenDarstellung vereinen sich gehaltvolle Kürze mit Gcdanken-reichthum, edle Einfalt mit epigrammatischem Witze, limdie Theorie und Litleraturgcschichtc des Aesopischeu Apo-logs hat sich Lessing bleibendes Verdienst erworben.Auf die Schätze unserer herrlichen Muttersprache und aufdie Denkmäler derselben aus den früheren Jahrhundertenhat L essing vielfach aufmerksam gemacht, manche Thätig-kcit geweckt, der wir jezt trefliche Bereicherungen verdan-ken, manches Unternehmen eingeleitet und vorbereitet, dasdankbare Pflege gefunden hat und noch fernerhin findenwird.

Lessing'ssämmtliche Schriften" sind zum kleinerenT beile von ihm selbst, die übrigen von seinem Bruder CarlG 0 tth 0 ld (Berlin 1771 bis 1794. 3c> B. 6; einzelne B.wiederholt aufgelegt) herausgegeben worden. Dieser hatauch seines BrudersLeben" (B. »79?- 3 B. 8) beschriebcn. Lessing'sGedanken und Meinungen" sind vonFr. Schlegel (Leipzig 1804. Z B. L) aus dessen Schrif-ten zusammengestellt und erläutert worden. Jede Ermah-nung, Bitte und Auffoderuug zum Lesen und Beherzigen