Muttersprache, wachte über ihre Reinheit und beobachtetestreng, was er als Gesetz ihrer Eigenthümlichkeit aner-kannte; seine Ucbersetzung der ersten fünfzig Psalme, desVater Unser, und andere geistliche Gedichte (Straßb .1572),picht minder seine erfindungsreiche, Zärtlichkeit athmendeweltliche Gedichte (im Anhange zu Zinkgräf's Ausg.der Opitzischen Ged. Straßb. 1624, 4.) hatten ihm Ach-tung erworben; aber der Kreis, auf welchen er Einflußgewann, war eng begränzt, wie sein Kunststreben, unddie Früchte seiner Wirksamkeit blieben sehr geringhaltig.So mag auch sein Zeitgenosse Peter Danais in Straß-burg , ein für sein Zeitalter glücklicher Gelegcnhcitsdichtcrauf Weckung und Ausbildung des Schönheitsgcfühlcs mitrühmlichem Eifer hingearbeitet haben; sein Einfluß bliebin sehr engem Kreise eingeschlossen und schwand mit seinemLeben; kaumaus wenigen Ueberhleibscln (b. Zinkgräfa. a. O.) läßt sich die Beschaffenheit seiner Dichtergabenahnden.
Ungleich fruchtbarer, kräftiger und umfassender wirkteJohann Valentin Andrea aus Herrcnberg imWür-tembergischen lgcb. i5g6; st. d. 27JUN. 1654z, am fleissig-sten als Diakouus in Vaihingen fs. >614^, dann Special-supcrinteudcnt in Calw fs. 1620;, zulezt Hofprediger undConsistorialrath in Stuttgard, Abt von Bebenhauseu,späterhin von Adelsberg, und wegen eigenthümlicherFrey-sinnigkeit und rücksichtloser Offenherzigkeit mannigfaltigentheologischen Verunglimpfungen und Unannehmlichkeitenausgesetzt, die sein Leben verleideten und eine ohnehinschwache Gesundheit untergruben. Die Bildung und Rich-tung seines Geistes ging von frühzeitiger ämsigcr Beschäfti-gung mit Meisterwerken des klassischen Alterthums aus,an welche sich Bekanntschast mit mehren der gebildetesten