Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
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Menge; der Anthcil «im Ausbilden und Festhalten derSchultheolvgic, au den oft leidenschaftlich - stürmischenStreitigkeiten darüber in und außer der Kirche, zog dieGeistlichkeit zu zünftiger Einseitigkeit und aristokratischerSelbstsucht fort und entfernte sie immer »veiter von deinWesentlichsten ihres Berufes. Der von Luther und vonvielen seiner Mitarbeiter und Schüler, von JustusJonas, Johann Caspar Aquila, JohannMatthesius u.v.a. angegebene Ton gediegener Kraf-tigkeit, herzlicher Warme, sinnvoller Helligkeit in Pre-digten, welche eben darum so fesselnd für den Geist undso ansprechend für das Gcinüth der verschiedenartigstenMenschen befunden wurden, verschlechterte sich wenigeJahre nach des Reformators Heimgange und verlohr sichbald im Allgemeinen fast gänzlich. Au die Stelle kindlich-einfacher, für Alle erbaulicher Erklärung und Anwendungder heiligen Schrift trat eine, bcy aller Schärfe, demfrommen Menschenverstände dunkle und unfruchtbare Be-stimmtheit von Begriffen, verdammende Nechthaöcreyund den Andersdenkenden hart verfolgende Splitterrich-tcrey; statt natürlicher Volkstümlichkeit und heiter-kräftiger Gcmüthlichkcit waren breite Gemeinheit, fal-scher Witz, unziemliche Anckdvtcnkrämercy und lästigerPrunk mit allegorischen Spielen und unzeitigcr Gelehr-samkeit an der Tagesordnung; der schlichte, körnige,dem bürgerlichen Sprachgcbranche immer angemesseneÄusdruck wurde entweder geschraubt öder niedrig, unver-ständlich, mit lateinischen Wörtern, kirchlichen Kunst-ansdrücken, fremdartigen Wendungen verbrämt und ent-stellt. Das Gefühl erlag unter einem umstrickten undbefangenen Verstände. Bey weitem die mchrsten Pre-digten aus der zweyten Hälfte des sechzehnten Jahr-