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nernng gehäßigön Betrachtungsweise lieget darin, daßdie Kirchcnvcrbesserung nicht als Theil eines Ganzen,nicht wie sie in der Vergangenheit bedingt und vorberei-tet war/ sondern als etwas für sich bestehendes angesehenwird; ja wohl gab als unmittelbar hervorgegangen ausdem Angriffs-Eifer und aus der Uebcrrcdungskunst eini-ger Neuerer oder Andersgesinnter, als das Werk EinesMannes oder einer, sich diesem anschließenden kleinenSchaar, nicht als Ergebniß des anreisenden Volkswil-lens. Luther und die trcuesten und würdigsten seinerGehülfcn waren Aüslcger und Vertreter des Zeitgeistes;diesen hätten sie mit aller Begeisterung des Gcmüthes,mit aller Kunst der Rede nicht schaffen können für denAugenblick ihrer Wirksamkeit; daß er nicht gedeihenkonnte, nicht fortdauernd wuchs und Früchte trug, habensie nicht verschuldet; er ist von feindseligen Mächten,vielleicht weil man dunkel ahndete, wohin er führenwerde, in engere Gränzcn zurückgedrängt, mit Bollwer-ken der Selbstsucht umdämmt, zur Wirkungslosigkeit ver-urtheilt worden. Aber der Gedanke, wenn er einmal indas Leben getreten ist, gehet nicht unter! — Wie diekaum verkündete evangelische Freyheit von dem roherenTheile des Volkes, von verführten und durch Trachtennach äußcrlicherBehaglichkcit bethörten Landleuten schmäh-lich mißverstanden wurde, so mußte sie manchen Großenzum Deckmantel ihrer Machtbestrebungen und Vcrgrößc-rungs-Entwürfe dienen; Kaiser Carl V, obgleich vonMoritz getäuscht oder überlistet, hat das Geheimttiß mitseinem geübten, italiänisch gebildeten Scharfblick wohldurchschaut. So wurde in irrdische Aeußerlichkcit undGemeinheit umgesetzt, was ans dem inneren Heiligthnmedes Menschen hervorgegangen war und nur in diesem
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