Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
175
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Luther's Verdienst um die Bildung unserer Mut-tersprache ist sv ausgezeichnet, daß mit ihm ein neuerZeitabschnitt für dieselbe angenommen werden muß.DieEigcuthümlichkcit", sagt Dr. Niethammer,welchein Luther's Schriften als eine ganz neue Schöpfungerscheint, in welcher Geist und Wort so wundersameins sind, ist dadurch von unschätzbarem Werthe, daßsie erzeugt in jenem gänzlichen Erfüllt- und Durchdrnn-gcnscyn von dem Sinne und Geiste des göttlichen Wor-tes, au dem er mit voller Inbrunst seiner Seele hing,eben durch die Begeisterung, in der sie empfangen wurde,selbst auch die Kraft der Begeisterung hat, das Erwe-ckendc, Ergreifende, Erhebende, das nnwillkührlich dieHerzen anspricht und mit sich fortreißt." Aus der Ge-sinnung, ans der Allmacht des Glanbens entsprang derZauber seiner Beredsamkeit; ans dem Gemürhe die Herr-lichkeit seiner Sprache; in ihr spiegelt sich des großenMannes Geist in seiner ganzen Reinheit und Kraft,Schönheit und Mannheit ab. Ihm ist die Sprache einscharfschneideudes Schwerd der Gedanken; ihm leihet sieihr Ungcstümm und ihre Donner; ihm ihre Zartheit,Anmuth und Geschmücktheit. Durch Luther's vicljäh-riges angestrengtes Arbeiten flössen die obertentschcnMundarten in Eine, seitdem herrschend gebliebene Bnchcr-sprache zusammen, welche bey mchrer Berücksichtigungdes Niedertentschen bedeutend gewonnen haben möchte.Das unvergängliche Denkmal, welches Lnther's Herr-schaft über die teutsche Sprache und seine fromme Vor-sorge für die Ermächtigung des teutschcn Volkes zumSclbflgcbranche der allein gültigen Glaubeusquelle vere>wigct, ist die Ucbersetzung der heiligen Schrift; sie erschien zuerst einzeln (das N. T. i52Z; die Bücher des