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Geistes zwinget unausweichbar zur glaubigen Uebcrzcu-gung, daß nur Einer das Ganze mit schöpferischer Dich-terkraft aufgefaßt und den theilwcisc unter dem Volkevorhandenen Stoff zur epischen Einheit gestaltet habe.
Wir wissen aus bestimmtem Zeugniß in der etwasspateren Klage, welche dem Epos beygefügt ist, daßPelcgrin sst. 991), Bischof von Passau, um das An-denken des Markgrafen Rüdiger von Pechlarcn f st. 916szn feiern, die Niebelungen-Sagen sammeln und durchseinen Schreiber Conrad (welcher Name zudem Mis-verständniße Veranlassung gegeben haben mag, als seydas Gedicht von Conrad von Würzburg geordnetund gestaltet worden) lateinisch aufzeichnen ließ, abervon dem Vcrhältniße, in welchem diese Arbeit zu unseremGedichte stand, wissen wir nichts; nur so viel könnenwir ahnden, daß die Zusammenstellung der zerstreutenSagen der epischen Darstellung vorauf gegangen war;auch wird in dieser selbst ausdrücklich gesagt, daß siediese Abentheuer nicht zuerst besinge.
Der Dichter, welchem das Werk seine dermalige Ge-stalt verdanket, ist der größte in dem an kräftigen undzärtlichen Sängern so reichen Schwäbischen Zeitalter;sein ganzes Wesen ist von einem Grundgefühle, Liebeund Leid, ergriffen; er hat die Eigenthümlichkeit derZeit, der Natur, des Lebens und der Menschen, Männerwie Weiber, Eingcbohrner und Ausländer, in ihrerganzen Mannigfaltigkeit und Abgeschlossenheit tief aufge-faßt; alles, was geschiehct, einzeln anschaulich gestal-tet und in seiner Verkettung, hinstrebcnd zu einem Allesauflösenden Schlüsse, mit meisterhafter Bündigkeit sichlebendig vergegenwärtigt. Uebcrall waltet die geistigeUeberlegeuheit schöpferischer Dichtcrkraft; sie ordnet mit