Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
80
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so

er in Niedrigkeit und Knechtschaft; die Gewaltigen derErde dienten seinem Willen; die Bedrängten suchten sei-nen Schutz; die Tapferkeit erlag seiner Krieger Menge;alter Rcichthmn und alle Pracht floß an seinem Hofiagerzusammen; er wurde durch den Glanz eines höherenWesens in den Augen der staunenden und zagenden Weltverklärt. Tief in die Gemüthcr der Menschen prägte sichdas Bild des Uebermächtigen ein und ward fortgepflanztvon Geschlecht zu Geschlecht. Er und ftinc Zeit wurdender Mittelpunkt, um welchen sich ei» epischer Sagenkreisansetzte; in diesem bewegte sich vaterländische Einbil-dungskraft des Volkes; an ihn wurden die Erinnerun-gen wunderbarer Abentheuer, Leiden und Wagnisse an-geknüpft. Aus ihm gingen unter den verschiedenartigenteutschen Stämmen Heldenlieder und Volksgeschichten,Familiennbcrlicfernngen ünd Märchen hervor; so oft sichdiese in Verwandschaft des Stoffes, in Richtung desGefühls und in gemeinsamen Streben begegnen, so wur-den sie doch alle örtlich gestaltet; das die Umgebung zu,nächst Ansprechende trat hervor; meist Eins wird beach-tet und festgehalten, vieles vorausgesetzt oder übergan-gen ; bald war die Darstellung kürzer und abgebrochener,bald wurde Mchrcs bindend angcreihet. Vom Geschicht-lichen konnte nur eine leise Spur verbleiben; das Außer-ordentliche, das Gebilde epischer Betrachtung gewanndie Oberhand; die Wirklichkeit, kaum der Mitwelt be-greiflich, mußte vielleicht schon nach Verlaufeines Men-schenaltcrs dem Wunderbaren weichen und wurde vondiesem bey umgreifender Fülle fast ganz verdrängt. Wietief gewurzelt und weit verbreitet dieser Sagenkreis ge-wesen, gehet aus Anführungen und Andeutungen derfrüheren Geschichtschreibcr des Mittelalters, Io rnai^