Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
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Reinheit dcr heiligen Jungfrau; so zog sich die lyrischeEinbildnngskraft in denselben Kreis zurück, von welchemsie ausgegangen war und der Brunnen ritterlichen Dich-terlebens schien zu vertrocknen.

Von den lyrischen Dichtwerken dieses Zeitraumessind mehre handschriftliche Sammlungen vorhanden.Die berühmteste und vollständigste ist die Manesscsche.Diese Blumcnlcse unternahm, wahrscheinlich nach münd-lichen Ucberlieferungcn, in welchen die Mnndart einzelnerGedichte nicht unverändert bleiben konnte, Nu dg erMan essen, Küster und Mitglied des großen Raths inZürich; er starb im Anfange des vierzehnten Jahrhunderts(nach sein Sohn sorgte für die Fortsetzung. Viel-

leichtwar Meister Johann Hadloub, ein schlichter,gemütblicher, in des Versbaues Kunstgeheimnifien wohl-erfahrner Züricher Sänger, dabcy thätig; auch könntenwohl ältere Sammlungen benutzt und vermehrt wor-den seyn. Die Handschrift kam lum i6oo?z aus dcrSchweiz nach Heidelberg und von da nach Paris; Pro-fessor Scherz in Strasburg wurde (1726z durch seinenSchwager v. Bartenstein darauf aufmerksam gemachtund thciltc den für vaterländische Sprache und Litteratureifrig geschäftigen Züricher Gelehrten Boviner undBreitinger Proben mit; sein College Schöpflinvermittelte, daß ihnen das ganze Werk zur Benutzungübergeben wurde. Nun ließ B 0 dmer abdrucken:Pro-ben (1 >0) der alten Schwäbischen Poesie" (Zürich 1746.3),mit einer Abhandlung über die Sprache derselben und miteinem Glossarium; dannFabeln" (das. 17Z7.8) und zu-lezt:Sammlung von Minnesingern, 140 Dichter ent-haltend" (das. >768. 2 Thle. 4.). Viele andere Hand-schriften, zum größeren Theile jünger und daher mehr