Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
33
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lichen Tentschlande behauptete sich die weichere niedcr-tcutsche, aus welcher Angelsächsisch, Altfriesisch, Nieder-ländisch und ihre Schwestern, die skandinavischen, undTöchtcrhcrvorgingeu. Durch inneren Verkehr, am meistendurch Ortwechscl und Wanderungen, durch Fehden undBündnisse oder allcrlcy Vereinigungen flössen beide langein einander, bis festere Ruhe des Besitzstandes erfolgteund die Verschiedenheit des Grund-Charakters reinerhervortrat. Dieß geschah früher im Leben als in der un-gleich länger schwankenden und gemischten Schriftsprache,welche von eingreifenden Stammvcrhältuisscn abhängigwar und durch Männer, abstammend ans verschiedenarti-gen Gauen und in ihrer Wirksamkeit nicht immer an dieGcbnrtsstätte gebunden, ihre Ausbildung erhielt. Erstim drcyzehnten Jahrhundertc zeiget sich reine und vollen-dete Verschiedenheit; unter rein »icdcrtcutscheu Urkundensind die von den Jahren 12Z2 und -.255 die ältesten; reinobertcutsch ist eine vom Jahr 1261; und selbst dann wäh-ret« Mischung einzelner Ausdrücke und Beugungen in be-nachbarten, sich wechselseitig oft berührenden Gegendenz. B. in den Flußgebieten der Lahn, Weser, Saale, Elbe,noch weit hinaus fort und verlieret sich kaum im sechs--zehuten Jahrhundert.

Von vorhandenen Sprachdenkmälern ist das, wasvon der mvsogothischen Bibelübersetzung des Bischofs Ul-filas erhalten worden, am merkwürdigsten. Sie wurdenach dem Jahr Z6o aus dem Griechischen wörtlich verfer-tigt und ihr Verfasser soll sich durch Einführung der Buch-stabenschrift dasselbe Verdienst um seine Landcsleute erwor-ben haben, welches dem Cyrillus von den slavischeirMähren dankbar nachgerühmt wird. Diese dem Forscher,ihres Alters und cigenthümlichen Geistes wegen hochwich<

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