Druckschrift 
Entwurf zur deutschen, und Darstellung der englischen Gesetzgebung über die Preßfreiheit
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

S4

Die Gebräuche, die alte» Beispiele, die in Libcll-sachc» gcsprochuen Urtheile, mir einem Worte die sogc-naimreii Präzedenzen babe» ein großes Gewicht inder englischen Rechrsknnde, und indem sie theils von denbisher vargestellten Grundsätze» oder Ariomen des RechtsKraft und Licht empfangen, theils ihnen wiederum darbie-ten, so bilden sie zugleich die englische Gesetzgebung überdas Libell,

Weiche Misbranche können ans einer solchen Juris-prudenz hervorgeh», wo nichts positiv vom Gesetzevorgeschrieben, sondern alles der Bermulhung und dembeliebigen Ermessen überlassen ist? *).

9) Die Präzedenzen haben in der englischen NechtSknndeein >mi so größeres Anselm gewinnen müsse» , als die positivenGesehe dieser LegiSlazion wenig bekannt waren. Die geschried-nen Gesetze oder die Statuten sind nickt in einem RechtSkoderunter ver'chudncn Titeln »ack Maaßgabe des Inhalts verbun-den und geordnet worden. Man muß sie also in dem Statu-tenbuche ssmruto boali st laixe) sticken, wo sie nach den Par-lementSsitzungcn oder vielmehr nach den NcgierungSjahren derKönige unter den beiden Titeln: public scrs ?>iv»re scrs,ausgeführt sind. ES ist bisher nickt einmal von einem RechtS-gelebrteu versucht worden, ein allgemeines Necktssvstcm nachOrdnung der Materien und mit Anfuhrung der Gesctzstellen zumBeweise zu entwerfen. Nur in Bezug auf einzele Punkte hatman dergleichen versucht. Dagegen sind die Präzedenzen gesam-melt, geordnet und erläutert worden in Bezug auf jede Frage,die sie betrafen. Es ist also viel leichter gewesen, sie kennen zulernen, als die Gesetze. Ohne Zweifel ein sonderbarer MiS-brauck. indem mau so die Kenntnis! der Gesetze schwer und sogardunkel macht; und man begreift wohl, daß der Kastengeist, derVortheil der Advokaten und Prokuratoren, in dieser Hinsicht ei-nen sehr schädlichen Einfluß ausgeübt hat.

") Der Franzose übertreibt hier offenbar die Sache mit