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Entwurf zur deutschen, und Darstellung der englischen Gesetzgebung über die Preßfreiheit
Entstehung
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ten konnten, ohne irgend einen Menschen vor-her darum zu befragen: so harren die Grieche» undRömer i» jener Zeil dem Wesen nach eben das, waswir jetzt Preßfreiheir nennen, und zwar ohne alle Zensur,jedoch mit Verantwortkichkeil, wie sich von selbst verstehtund auch die Geschichte durch genug Beispiele bestätigt.Hatten sie also die Buchdruckerpresse gekannt, so wurdensie auch Preßfreiheir der Form nach d. h. diejenige Artder Rede- und Schreibfreiheit gehabt haben, die wir mitjenem Worte bezeichnen, und zwar ebenfalls ohne alle Zen-sur. Auch würde sich Perikles wohl gehütet haben,jene Freiheit zu beschranken. Denn dadurch hält' er augen-blicklich die Bolksgunst verloren, auf der doch allein seineMacht beruhte.

Die Alten waren überhaupt in Ansehung des Redensund Schreibens lange nicht so kitzlich und bedenklich als wir.Sie waren vurch ihr ganzes, der Oeffenrlichkeir hingegebues,Leben weit mehr an das öffentliche Urrheil gewöhnt, undhatten daher nicht jene reizbare Empfindlichkeit, die gleichaus der Haut fahren will, wenn etwas nicht in recht be-scheidnen und abgemeßnen, mit einer Menge von Ent-schuldigungen und Lobeserhebungen versüßten. Ausdrückenöffentlich gerügt wird.

Erst nachdem die römischen Imperatoren ihre Zwing-herrschaft über den größten Theil der gebildeten alten Weltverbreitet hatten, wurde auch natürlicher Weise jene Rede-nnd Schreibfreiheit immer mehr beschrankt. Und ooch fan-den sich selbst noch unter den spateren Kaisern einige, welchegroß genug dachten, um sich über wörtliche Beleidigungen

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