Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
324
Einzelbild herunterladen
 

824

so mehr wunderte, da das Dorf nicht sehr groß ist.Ich erfuhr, daß die Geistlichen der nahen Klöster täg-lich kommen, um die heilige Messe hier zu lesen, unddaß selbst jene dieser Wäter, deren Gesundheitszustanddurch Alter, Beschwerden oder Arbeiten geschwächt ist,der gesunden Luft wegen oft eine Zeit lang in denZellen wohnen, welche an diese heiligen Orte ange-baut sind.

Am Nachmittage besichtigte ich eine Quelle, dieman von dem Namen eines Klosters, das ganz nahebabey liegt, den Brunnen des heiligen Sergius nennt.Diese Quelle ist durch die außerordentliche Frische ihresWassers berühmt. Man hatte mir viel davon gesagt;es schien mir aber so übertrieben, daß ich es nichtglauben wollte, und dennoch ist es völlig wahr. Daich keinen Becher hatte, und um im Falle, daß ich esnicht so kalt fände, dem Einwurfe zu entgehen, daßes sich in meiner hohlen Hand erwärmt hätte, wennich mich derselben zum Schöpfen bedienen würde, beugteich mich bis zur Erde, und trank aus der Quelle.Augenblicklich waren meine Lippen wie mit Eis über-zogen, und ich gab nicht ohne Erstaunen zu, ein ähn-liches Wasser niemals gefunden zu haben.

Am folgenden Tage kam ButroS von Tripoliszurück, und schien entzückt, uns noch in seinem Hausezu finden. Sein Benehmen gegen uns konnte dasnur bestätigen, was man uns von seiner Höflichkeit,seiner Güle, und seinen gastfreundschaftlichen und pa-triarchalischen Tugenden gesagt hatte.