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Fünfunddrevßigster Brief.
Jerusalem de» l. Mai «ss».
Tausend Geschäfte, mein theuercr Freund! überhäu-fen mied, .und dennoch wie viel hätte ich Ihnen nichtnoch zu ichreiben? Ich habe Ihnen beynahe noch garnichts von dem Kloster des heiligen Erlösers gesagt,wo ich gewöhnlich wohne, und will Ihnen daherheute Einiges darüber schreiben.
Dieses Kloster ist eines der ältesten. Es ist nachund nach, und ohne bestimmten Plan erbaut worden.Gebäude wurden an Gebäude gefügt, welche drcy Höfeund zwey sehr kleine Gärten einschließen. Alles isthier einfach und selbst ärmlich. Die Kammern derMönche sind klein und ermangeln des Röthigen. DieWohnung des ehrwürdigen Pater Guardian vom heil.Grabe, deren Pracht, wie ich Ihnen schon gesagt habe,gewisse Reisende hervorzuheben beliebt haben, ist wederviel größer, noch viel besser eingerichtet, und der unbe-deutendste Bürger in Italien würde sich gewiß nichtdamit begnügen. Der einzige Theil derselben, wel-cher etwas erträglich seyn dürfte, ist der Divan, derOrt, wo die Gemeinde sich versammelt, und wo derPater Guardian die Personen empfängt, die mit ihmzu sprechen haben. ,
Die Fremden wohnen in einem völlig abgesondertenGebäude. Im Kloster gibt es übrigens zwey oder