273
ZweMtttdvkcrzigster Brief.
Larissa, de» 26. Juli
Am is. sehr früh bin ich von Bayruth abgereistmein theuerer Freund! und habe mein ganzes Gepäckdort zurückgelassen. Der Herr Konsul Laurella wolltemich bis Antura begleiten, das vier Stunden entfernt ist.Der Morgen war schön; allein er zeigte uns im Vorauseinen jener schwülen Tage an, die in Syrien besondersin dieser Jahreszeit so gewöhnlich sind. Wir rittenbeynahe zwey Stunden lang am Meere hin. Es warin Bewegung und die schaumenden Wellen brachen sichganz nahe bey uns und bedeckten die Füße unsererPferde. Es machte mir gewissermaßen Vergnügenmitten in diesem weißen Schaum zu verweilen, dersich zu nähern schien, um uns zu verschlingen, und sichbrausend wieder entfernte. Meine Gedanken erhobensich mit Bewunderung zu dem, der ihm Grenzen an-gewiesen hat, die er niemals überschreitet.
Nachdem wir eine Stunde geritten waren, sah icham Strande die Gerippe mehrerer gescheiterter Schisseund dieser Anblick betrübte mich. Der Konsul sagtemir, daß dieß die Trümmer toskanischer, neapolitani-scher und französischer Schiffe wären, Opfer der Stürmedes jüngsten Februars, der heftigsten seit Menschenge-denken. Unter andern Thatsachen erzählte er mir, daßder Kapitän eines toskanischcn Schiffes am Lande ge-