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Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
239
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Wey dem Anbruche des Tages kamen wir in dieweite Ebene Esdrelon. Wir näherten uns dem BergeHermon, als wir auf einem kleinen Hügel ein elendesDorf wahrnahmen, welches aus Hütten bestand, dieblos durch auf einander gelegte Steine erbaut waren;aber zahlreiche Ruinen umgaben dasselbe, welche an-zeigten, daß hier sonst ein ziemlich ansehnliche Stadtgestanden haben mußte. Unsere Leute konnten unsjedoch den Namen derselben nicht sagen.

Weiter entfernt stießen wir auf einige arabische Wei-ber, die um einen Brunnen versammelt waren. Siewaren schmutzig, mit Lumpen bedeckt, ihre Arme fleisch-los, und zogen in Eimern ein schlammiges Wasserheraus, welches sie magern, elenden und nur in gerin-ger Anzahl vorhandenen Thieren zu trinken gaben.

Gegend dreyhundert Schritte rechts von diesemBrunnen und am Fuße des Bergas sieht man einigeärmliche Wohnungen, welche unregelmäßig um unge-heuere Steinhaufen stehen; es ist Naim. EinTheil dieser Steine rührt, wie man versichert, von denTrümmern einer alten Kirche her. Nicht fern ist einGraben, den eine verfallene Mauer umgibt, bey wel-chem man zwey kleine verstümmelte Säulen von Mar-mor sieht. Nach der Ucberlieferung ist dieß der Ort,wo jene anhielten, die den Leichnam des Sohnes einerWittwe nach dem Gebrauche der Juden zu Grabetrugen, wo Jesus den Tobten erweckte, und ihn lebendseiner Mutter zurück gab. Als wir hier ankamen, war-fen wir uns auf die Kniee, und der ehrwürdige Pater