236
hielt die Gefahr für groß, und wollte sich derselben nichtaussetzen. Wie froh war ich, daß ich nicht gewagt hatte,dort einen Aufenthalt zu nehmen, welcher das Lebender braven Leute auf der Fregatte Sr. Majestät hättein Gefahr bringen können, und daß ich die Vorsichts-maßregeln ergriffen, die uns beschützt hatten.
Den 27. Juni.
Die Pest hat sich in dem Hause eines katholischenGriechen gezeigt; gestern wurden unsere Väter davonin Kenntniß gesetzt, und das Kloster wurde auf derStelle geschlossen. Ich bin nun ein Gefangener; allemeine Plane, alle meine Entwürfe sind vereitelt. Darfich wohl hoffen, die heiligen Orte zu sehen, die ich nochbesuchen wollte? Ich weiß es nicht, und tröste michüber diese peinliche und unaufhörliche Ungewißheit nurdamit, daß ich immer wieder auf den besondern Wahl-spruch des Ordens, dem ich anzugehören so glücklichbin, zurückkomme: »Der heilige Wille Gottes!« Uebri-gcns ist es nicht wahrscheinlich, daß ich werde abreisenkönnen, so lange die Pest währt, und könnte ich esauch, welche Sicherheit hätte ich auf meinen Wegen,und wer wollte mir zum Führer dienen?
Den traurigen Umständen, in welchen ich mich be-finde, verdanken Sie einige Worte über das, was zurZeit der Pest unter unfern guten Vätern vorgeht.
In jedem Kloster von Palästina hat gewöhnlich derPfarrer des Ortes seinen Sitz. Er ist jederzeit einFranziskaner-Missionär, welcher der arabischen Sprache