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Theil 2 (1837)
Entstehung
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201
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S01

Am Himmelfahrtstage verließen zwey Väter vomheiligen Lande um ein Uhr Morgens das Kloster, umsich auf den Thabor zu begeben und da die heiligeMesse zu feyern. Ich begleitete sie; zwey Führergin-gen vor uns her. Wir waren alle zu Pferde; einMaulthier trug die Kapelle.

Wir kamen beym Mariabrunnen vorüber, der be-reits von vielen Leuten umgeben war.

Der Weg war uneben und steinig, und für michnatürlich weit mühsamer, als für die andern; denn daich sehr kurzsichtig bin, so konnte ich in der Nacht kaumden Kopf meiner Stute unterscheiden. Ich mußte michganz ihrem Instinkte überlassen, und war froh, daßich ihrer Güte und ihrer Gewohnheit auf diesen Wegenzu gehen vertrauen durfte.

Wey den ersten Strahlen der Sonne sahen wirden Thabor ganz nahe vor uns, ob wir gleich nochziemlich weit von ihm entfernt waren. Er schien ganzeinzeln zustehen; allein auf seiner hintern Seite, nem-lich auf der westlichen, erhebt sich ein sehr hoher Hügel,welchen man aber nicht bemerkt, wenn man von Jaffakommt und die Berge Galiläas herabsteigt, um in dieEbene Esdrelon zu kommen. Unsere Führer führtenuns mitten durch Getreidefelder. Die Vorstellungen,welche ihnen die guten Väter hierüber machten, unddie lebhaften Vorwürfe, welche ich beyfügte, waren ver-geblich; sie versicherten, daß es keinen andern Weggebe, und wir folgten ihnen, ohne dieß jedoch zuglauben.