Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192

er diesen Flecken von Weitem erblickte, stieg er vomPferde und ließ sich aus die Kniee nieder, um diesenheiligen Ort, wo das geheimnißvolle Wunder unsererErlösung geschah, aus der Ferne zu verehren. Er gingvon da an zu Fuße, obwohl er sehr ermüdet war, undan diesem Tage nur Brod und Wasser genossen hatte.Am andern Tage ließ er hier den ganzen Gottesdienstfcyern, das ist die Frühmctte, die Messe und dieWesper.Er empfing aus der Hand des Legaten das Abend-mahl, der bey dieser Gelegenheit eine sehr ergreifendePredigt hielt, so daß man nach der Betrachtung, welcheder Beichtvater dieses heiligen Fürsten in einem Briefemachte, der uns diesen Umstand mittheilt, sagen konnte,daß, seitdem das Geheimniß der Menschwerdung sich >zu Nazarcth erfüllt hat, Gott niemals mit mehr Fröm-migkeit und Erbauung verehrt worden ist, als an diesemTage.«')

Sie werden mich beneiden, mein lieber Karl! ichgenoß das Glück am ncmlichen Orte, am nervlichen !Altare das heilige Abendmahl zu empfangen, indem !ich Gott demüthig bat, daß er mir die Gnade erweisenmöge, meinem Herzen eben so glühende und lebhaste

*) Geschichte von Frankreich, von Daniel. Thl. Z inS.501. n. Kirch. Gesch. Thl. t? in a. S. 4ZZ. Flein»nennt den Legaten Endes de Chateaurom. Er fügtbey, daß der König immer kostbare Kleider von ver-schiedenen, den Festen entsprechenden Farben hatte,und dafür eine besondere Sorgfalt bewies.

5