Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140

enden wird, und wir hätten nicht Worte genug, wen»wir Ihnen alle unsere Leiden beschreiben wollten. So«gar die türkischen Mönche des Berges Sion nehmenuns große Summen ab, und verhindern uns, unsereTodten, Mönche sowohl, als sonstige Katholiken, zubeerdigen, wenn wir ihrem Verlangen nicht entsprechen/

Aus diesem Briefe, mein Freund! können Sieschließen, in welcher Lage sich die Geistlichen vom hei-ligen Lande befinden, und waS aus ihnen würde, wenndie Almosen der Gläubigen ihnen entgingen.

Man darf nicht glauben, daß die Verfolgungendieser Art, über welche sie sich in dem vorstehendenBriefe beklagen, sehr selten sind; im Gegentheilc siesind häusig, und in den Zeiten des Krieges oder derEmpörung unvermeidlich. Wie viel hatten sie nichtim Jahre 1326 während des Streites zwischen demPascha von Akre und dem Pascha von Damas zu lei-den! Als im Monate September der Erstere die heil.Stadt belagerte, waren sie ein Raub aller Verunglim-pfungen, und aller nur erdenkbaren Erpressungen. Siehatten nicht allein alle Katholiken zu ernähren, welchesich vor den Gewaltthätigkeiten der Türken ins Klostergeflüchtet hatten, sondern sie mußten auch so ungeheuereSummen bezahlen, daß sie gcnöthiget waren, die heil.Gefäße zu verpfänden, und durften noch froh seyn,sich um diesen Preis herauszuziehen. Um so vieleAusgaben bestreiten zu können, hoffen die Väter vomheiligen Lande nur bey der Christenheit Hilfe zu finden,und unglücklicherweise wird diese immer seltner. Wel«