I3S
Theuerste ist, und ohne mehr eine andere Nuhe genie-ßen zu können, als die das gute Gewissen gibt, ohneeine andere Freude zu haben, als jene innere Freude,mit welcher Jesus Christus die Opfer vergilt, die manihm zu Liebe bringt, sein Leben in steter Todesangsthinzubringen.
Wenn die Türken ihn unter sich dulden, wenn sieihm erlauben, die heiligen Geheimnisse nach katholischemGebrauche zu feyern, so geschieht dieß weniger deßhalb,weil die Katholiken dieses Recht theuer erkauft haben,als darum, weil diese Duldung ihren schmutzigen Geizund ihrem Gelddurste, den nichts stillen kann, beständigzum Vortheile gereicht. Außer dem jährlichen Tribute,den ihnen das Kloster bezahlt, muß es auch noch denbesondern Forderungen der Pascha, der Statthalter,der Angestellten Genüge thun, und mit willkührlichen,oft ungeheuer» Summen eine Ruhe erkaufen, die im-mer nur vorübergehend und kurz ist. Es vergeht keinMonat, daß man nicht Mordgeschrey um das heiligeGebäude herum erschallen hört. Heute wüthet diePest, vor der man nie sicher ist; morgen gibt es einenAufstand, bald Streitigkeiten zwischen den Pascha,bald allmähliche Erpressungen der Sieger, bald Beun-ruhigungen und Geldforderungen der Araber, — kurzder Geistliche vom Orden des heiligen Franziskus istein Mann des Leidens, der auf der Erde keine andereGlückseligkeit zu erwarten hat, als daß er muthig seinKreuz trägt und Jesu Christo auf den Kalvarienbergnachfolgt.