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Theil 2 (1837)
Entstehung
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ohne daß das Magnisikat meine Seele erhoben, ohnedaß es die süßesten Gedanken, die zartesten Empfin-dungen in mir erweckt hätte. Wie oft habe ich michselbst gefragt: wie konnten die Lippen einer demüthi-gcn Jungfrau, von armen Eltern geboren, ohne Wissen-schast und Kunst, so große, so erhabene, so heilige Worteaussprechen? Wie konnte diese ununtcrrichtcte, unwis-sende Jungfrau, welche niemals die Welt gekannt hat,noch von ihr gekannt wurde, wissen und vorhersagen,daß die ganze Welt, daß alle Geschlechter sie nicht alleinkennen, sondern auch die Glückliche von da an und fürdie ganze Folge der Jahrhunderte nennen würden?Und auf die Fragen, welche mir mein Erstaunen ein-gab, konnte ich nie Antwort finden, und finde sie auchjetzt nirgends, als in den Worten des LobgesangesMarias selbst:

Weil »der Herr auf seine geringe Magd herabge-sehen hat.«

Weil »der Allmächtige große Dinge an mir gethauhat.«

Weil »er die Macht seines Armes bewiesen, undjene zerstreuet hat, die stolz in ihrem Herzen sind.«*)

Und in dem Entzücken, zu welchem mich ein solchesWunder hinriß, konnte ich Gott nicht genug für seineAnordnung danken, daß die Menschen, die eines gutenWillens sind, in dem Magnisikat einen der schönstenprophetischen Beweise für die Göttlichkeit der Religion

») Luk. i. »8 51.