Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

129

des Jahr eine Pilgerfahrt hieher machen und amHeimsuchungs - Feste die Messe hier feyern. DieseKapelle, wenn man ihr noch diesen Namen geben darf,steht am Orte selbst, wo die heilige Elisabeth derjeni-gen begegnete, die in ihrem Schooße den Erlöser derMenschen trug, und welcher der heilige Geist jenen be-wunderungswürdigen Lobgesang eingab, dessen pro--phetische Worte, von Geschlecht zu Geschlecht wieder-holt, seil i!Z00 Jahren bey allen Feyerlichkcitcn derchristlichen Kirche ertönen.

Ich bemerkte jaus dein Altare zwey kleine irdeneGefäße mit Blumen geschmückt, die zu welken begannen.Ohne Zweifel war dicß das Opfer einiger armen Chri-sten von St. Johann. Ich wollte für meinen Theilebenfalls der Mutter Jesu, meiner Schutzheiligen, der-jenigen, deren Name am Tage der Ablegung meinesKlostergelübdcs der meinige geworden, und mir als einUnterpfand der Gnade und des Segens verliehen wor-den ist, einen geringen Tribut zurücklassen. Ich begabmich hinweg, lief auf den Feldern der Umgegend um-her, und es gelang mir endlich, einige Blumen in derBlüthe zu finden. Ich machte einen kleinen Straußdaraus, und legte ihn verehrungsvoll auf den Altar.

Dennoch genügte dieses den Regungen der Liebeund Dankbarkeit nicht, die ich auf eine köstliche Weisein meinem Innern entstehen fühlte. Ich habe, seitdemich Mönch bin, niemals und besonders an den Tagennicht, welche der Verehrung der heiligen Jungfraugeweiht sind, den kirchlichen Verrichtungen beygewohnt,