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einer unzählbaren Menge von Männern, Weibern undKindern statt, welche theils eine aufrichtige Frömmig-keit, thcils aber eine ganz unheiligc Neugierde herbcy-gezogen hatte.
Die Väter vom heiligen Lande, die sich in derKapelle der heiligen Jungfrau versammelt hatten, ver-ließen diese gegen sechs Uhr. An ihrer Spitze befandsich ein Geistlicher, welcher von den jungen Arabern desKlosters begleitet, das große Kruzifix trug. Die Möncheund die Gläubigen folgten langsam und in zweyReihen, und sprachen, Fackeln in der Hand tragend,in einem schmerzhaften und klagenden Tone bald das»Miserere,« und bald das »Stabat Mater.«
Die Prozession hielt zuerst vor dem Altare der Klei«dertheilung, und dann vor dem der Verunglimpfung,um hier einige einfache, aber salbungsvolle Worte zuvernehmen, die ein spanischer Pater über die schmerz-haften Szenen, an welche diese Orte erinnern, an sierichtete. Hierauf wurde der Gang bis zur Spitze desGolgatha ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Hier stellte der Mönch, welcher das Kruzifix trug,dasselbe ehrfurchtsvoll am Fuße des Altares nieder, undder spanische Mönch setzte vor der gerührten und inThränen zerfließenden Menge die klägliche Erzählungder Leiden und der Schmach des Erlösers bis zu demAugenblicke fort, wo er an das Kreuz geschlagen wurde.
In diesem Augenblicke hörte er auf zu sprechen, undnachdem das Bild Jesu mit Nägeln auf das Holz be-festiget worden war, wurde das Kruzifix erhöht und