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Könige von Jerusalem vor einigen tausend Jahren nie-dergeschrieben worden sind; — wenn man sie nach18 Jahrhunderten vergeblicher Bündnisse und Kom-plotte an dem nemlichen Orte wie ein Triumphgeschrcyerschallen hört; wenn man selbst in einem Jahrhundertder Sünde gelebt hat, in welchem die Anstrengungen,das Joch des Herrn und seines Gesalbten abzuwerfen,heftiger, erbitterter, künstlicher als alle die der vorher-gehenden Jahrhunderte, und dennoch vergeblich waren,wenn man wie ich Zeuge der neuesten Bündnisse, derneuesten Komplotte gewesen ist, wenn man die Großengekannt hat, welche entschlossen waren, die Feste desAllerhöchsten auf der Erde verschwinden zu machen,wenn man gesehen hat, wie der Herr ihre Gedankenverlacht, und in seinem Grimme mit ihnen gesprochenhat, — sagen Sie, mein lieber Karl! ist es da möglich,sich der Gefühle zu erwehren, welche die Seele ergreifen,beherrschen, entzücken und hinreißen?
Nach dieser wunderbaren Reihe so schnell auf ein-ander folgender und so verschiedener Gedanken undRegungen, welche die Psalmen der Mette hervorrufen,möchte man die Kräfte der Seele für ganz erschöpft undverzehrt halten, so daß sie einer gesteigerten schmerzli-chen oder angenehmen Empfindung nicht mehr fähigwären. Und dennoch welch' eine Wirkung, kräftigerund mächtiger noch, bringen bald darauf die Klage-lieder des gefühlvollsten der Propheten Israels, dessenSeufzer die Kirche den Gesängen Davids beyfügt, inihr hervor!