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Ort, welchen sie für heilig und ihrer ganzen Ver-ehrung würdig halten, zu unterhalten und auszu-schmücken? Ich konnte anfangs einen so argen Wi-derspruch nicht begreisen; nach einigem Nachdenkenerklärte ich mir ihn aber bald dadurch, daß sie fürchten,für reich zu gelten, und ich fand die Vorsicht gar nichtunvernünftig, mit der sie in einem Lande, welches durchden despotischen Willen eines Pascha regiert wird,der in seinen Unterdrückungen und Räubereien nichtsUngesctzmäßiges sieht, ihr Vermögen verheimlichen.
Ich war niemals Zeuge des öffentlichen Gebetesder Juden gewesen, und ich konnte mir von ihremBenehmen dabey gar keine Vorstellung machen. Män-ner, Weiber, Kinder, sitzend oder stehend, beteten, in-dem sie sich unaufhörlich nach vorwärts bewegten.Diese Art von wellenförmiger, stark bezeichneter Be-wegung ermüdet besonders das Auge, welches nichtdaran gewohnt ist. Ich konnte kaum die Wirkungderselben ertragen.
Ich bewunderte ihre tiefe Verehrung des altenTestamentes. Kein Volk hat einen so hohen Gradvon Ehrfurcht gegen die Bücher, welche die Glaubens-lehren, die Sittengesctze und die Geschichte ihrer Re-ligion enthalten. Ich schämte mich für gewisse Chri-sten, deren Zahl nur zu groß ist, in deren Bibliothekoft in Folge der Gleichgiltigkeit, bisweilen aber in Folgegotteslästerlicher Berechnung, die heilige Schrift ander Seite eines gottlosen oder schlüpfrigen Buchesihren Platz hat. Homer war nur ein Mensch, und
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