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dessen Anblick alle meine Erinnerungen, alle meine Rüh-rungen wieder erneuerte, wollte unser Führer einenkürzeren Weg nehmen, und führte uns über Stellen,die so voll Steine lagen, daß unsere Pferde bisweilenschlechterdings nicht mehr weiter konnten, und wir ab-steigen mußten. Meine arme Stute war sehr ermüdet.
Wir kamen endlich an der Seite des Oelberges an,und stiegen durch die Gräber der Juden hinab, vonwo auS wir die traurigen Mauern von Jerusalem sahen,die sich über den Berg Sion und Moria wie ein großesin Ruinen liegendes Trauergerüste erhoben. Die Mengeder Graber, deren weiße Steine durch die Nacht schim-merten, die Gräber des Absolon und des Zacharias,deren Spitzen man unterscheiden konnte, diese Orte derTrauer, die Denkmäler des Todes, dieser Grabcsstaub,der mich umgab, dieses traurige Schweigen, welchesweit über dieses Land des Todes herrschte, alle dieseDinge erinnerten mich mit Gewalt an das Nichts dermenschlichen Größe, an die Gebrechlichkeit unsers Lebens,und versetzten meine Gedanken in jene Region derTobten, in welche ich eingehen werde, um vor demfurchtbaren Richterstuhle dessen zu erscheinen, der sichin der Stadt, welche vor mir lag, crbarmungsvoll fürdas Heil der Menschen zum Opfer hingab, der michaber dann nach der Strenge seiner unerbittlichen Ge-rechtigkeit richten wird.
Es war beynahe 9 Uhr als wir uns vor dem St.Stephans-Thore befanden; wir baten, daß man unSöffnen möge. Der egyptische Unteroffizier, welcher den