Druckschrift 
Theil 3 (1837)
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

87

Der Bewohner von Cairo, dankbarer als die Eu-ropäer, trotz der Bildung, mit welcher sich dieser brü-stet, weiß die Dienste, die ihm das bey uns verachtetsteund am schlimmsten behandelte Hausthier leistet, gehö-rig zu schätzen, und er vergilt ihm durch die fortwährendsteSorgfalt. Er kämmt, wäscht, striegelt, schecrt ihm beygroßer Hitze den ganzen Körper, und gibt ihm reich-liche Nahrung. Er ist selbst für den wohlhabendenMann ein Gegenstand des Luxus, denn er kauft ihnoft um zwölf bis fünfzehnhundert Franken. Dies istübrigens nur die Fortsetzung von dem, was im Orienteimmer geschah, wo selbst zur Zeit der Patriarchen derEsel geschätzt war, und einen Theil ihres Neichthumsausmachte.

Einer meiner interessantesten Ausflüge, die ich ge-macht habe, seitdem ich Ihnen den letzten Brief ge-schrieben, war der Besuch von Mataryeh, dem altenHeliopolis Egyptens, berühmt durch seinen Sonnen-tempel, mehr aber noch durch den Aufenthalt, den dieheilige Familie hier nahm, als Joseph und MariaIudäa verlassen mußten, um das Kind Jesus den blu-tigen Befehlen des grausamen Herodes zu entziehen.Nachdem ich so viele weltliche Denkmäler gesehen hatte,die, mögen sie auch an sich selbst und in Bezugauf die Kunst der Bewunderung Werth gewesenseyn, mir dennoch traurige Gedanken einflößten, indemich mich dabey weniger an die Meisterstücke der mensch-lichen Geschicklichkeit, als an den schändlichen und ab-geschmackten Aberglauben der Wölker erinnerte, machte