Druckschrift 
Theil 3 (1837)
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

seyn. Ein langes Kleid von blauem Tuche in derForm eines Kaputrockes bedeckte seinen militärischenAnzug, der bcynahe dem der Europaer glich, und voneinem Schnitte war, wie er sür das Heer in Konstan-tinopel angenommen worden ist; um den Kopf hatteer einen nachläßig geordneten Cachemir - Shawl ge-wunden.

»Er stieg die Treppe hinauf, und nachdem er dengroßen Saal durchschritten hatte, in welchem eineMenge Zuschauer versammelt war, ging er auf denAudienzsaal zu, wo sich der Vicekönig befand. DirZimmer waren auf eine herrliche Weise erleuchtet. AlsAbdalah auf der Schwelle der Thüre erschien, erhobsich Mehemet Ali und sah ihn mit freundlicher Mienean, als wolle er ihm gleichsam Muth machen, naher zukommen. Abdalah eilte herbey, warf sich mit gesenk-tem Haupte zu seinen Füßen nieder, und küßte denSaum der Kleider des Vicckönigs.

»Tragische Sccne! rührendes Gemälde! Abdalah,kaum seiner Thränen mächtig, rief mit erstickter Stim-me aus: »Hoheit! verzeih meine Verirrungen, und dadir der Himmel die Eigenschaften eines Monarchen ver-liehen hat, so ftp auch deine Verzeihung die einesMonarchen, und nicht die eines Vezirs.^

»Mehemet Ali reichte ihm die Hand, erhob ihn,und lud ihn ein, sich an seine Seite auf den Divanzu setzen. Der wiederholten Einladung des Vicekönigsgehorchend ließ sich Abdalah auf dem Divan vor ihmauf die Kniee nieder. Mehemet sprach ihm mit sanf-