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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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Nr. 28. Die Pfahlbaudörfer im Bodensee, teils durch Erweiterung(Vorlagerung) der steinzeitlichen, teils durch Neugründungen an andererStelle entstanden, rücken jetzt weiter vom Uferstrand ab in das tiefereWasser hinaus, wobei die Pfähle und Röste durch Grundschwellen undWellenbrecher gesichert wurden. Die Hütten werden geräumiger undsind wohl meist mit Vorhallen versehen. Ackerbau und Viehzucht habengroße Fortschritte gemacht. Die Getreidearten, Sämereien und Garten-pflanzen vermannigfaltigen sich. Neu erscheint Spelt und Hafer; diewilden Obstbäume und Beerensträucher liefern reiche Vorräte. DerHaustierbestand wird größer. Vor allem wird jetzt das Pferd als Reit-und Zugtier benutzt, wie die Pferdetrensen, Pferdeschmuck und Wagen-reste beweisen. Gleich ersichtlich ist der Fortschritt in Handel und Ge-werbe. Die zu den Seestationen gehörigen Gräber sind, wie für dieneolithische Zeit, bis jetzt nur in ganz wenigen Fällen entdeckt worden(Bodman). Sie liegen zweifelsohne den Seestationen gegenüber am Fest-land, sind Skelettgräber bis B 4 , wurden aber meistens bei Anlage derheutigen Dörfer zerstört.

Auch die Pfahlbauten im Rhein, namentlich bei Mainz, die so ziem-lich alle bereits seit der Steinzeit bestanden, erhielten in der Bronzezeiteine stärkere Besiedelung und Bedeutung, wie die zahlreichen Fundelehren, unter anderm viele Bronzebarren wohl von einem gesunkenenEinbaum. Die meisten wurden an den unteren Enden der Auen errichtet,einzelne aber auch an den Spitzen, wie an der Blei- und Petersaue, ob-wohl sie hier dem Wellenschlag, Hochwasser und Eisgang mehr ausge-setzt waren. Diese Tatsache dürfte wie auch einige anderen, späterzu berührenden, dafür sprechen, daß in damaliger Zeit in Anbetracht derallgemeineren Bewaldung und zahlreicheren Altwasser die Überschwem-mungsgefahr geringer als heutzutage war, wenn auch gelegentliche Kata-strophen nicht ausgeblieben sein werden. Der Kulturniederschlag reichtwie am Bodensee und in der Schweiz noch in die Hallstattzeit hineinund verrät gerade im Übergange zu dieser Periode die größte Blüte derSiedelungen. Die zugehörigen. Gräber sind auch hier noch nicht ge-funden oder zerstört.

Nr. 29. In den oben erwähnten Höhlen bei Efringen am „IsteinerKlotz“ kamen bei meinen Ausgrabungen über der spätpaläolithischen odermesolithischen Kulturschicht 4 Hockerskelette der frühsten Bronzezeitzum Vorschein, die durch einen kleinen triangulären Bronzedolch undein Tongefäß datiert sind. Die Benutzung der paläolithischen Höhlen-wohnungen zu Grabstätten ist in neolithischer Zeit gerade am Oberrheinsehr häufig zu beobachten, wie im Dachsenbühl und Schweizersbild beiSchaffhausen, in der Höhle „Vordere Eichen“ und an dem Felsüberhang„Untere Besetze“ bei Thaingen, am Schloßfelsen Birseck usw.; in derBronzezeit werden die Fälle schon seltener, reichen aber vereinzelt bisin die La-Tene-Periode.