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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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Während von diesen bodenständigen Nachkömmlingen der Neolithikerdie Toten wie bisher in Flachgräbern meist als liegende Hocker bestattetwurden, tritt auf einmal in ganz Süd- und Westdeutschland, ja von Böhmenbis Frankreich das Hügelgrab auf mit ganz anderen Grabsitten undBeigaben als bisher. Die Schwerter, Weidenblattdolche, Randbeile, die„geschwollenen“ und Radnadeln sowie mancherlei Schmuck, nicht seltenaus Gold und Bernstein, auch Glasperlen, verraten zwar noch mancheAnklänge an dieFormen der vorausgehendenStufe,bringen aber auch ganzneue Typen, die sich anderweitig entwickelt haben müssen. Noch ver-schiedener ist die Keramik, welche ja als Landeserzeugnis noch mehr alsjene Handelsware das Wesen des betreffenden Volkes bekundet. Diesezweite Stufe der Bronzezeit (etwa 1800—1600 v. Chr.), welche wir für dieRheinlande nach den Hauptfundorten Hagenauer-Baierseichernennen möchten, gewann in Südwestdeutschland durch Mischung deralten und neuen Bevölkerungs-Elemente einen ausgesprochenen Eigen-charakter, der sich namentlich in der Kerbsclmitteclmik der Tongefäßeäußert. In der dritten Stufe, die nach der wichtigsten Fundstelle dieWölfersheim er genannt werden könnte, hat diese Keramik ihrenHöhepunkt erreicht, während die sog. Buckelkeramik sich häufig nochin der vierten Stufe (etwa 1400—1200), der Dautenheimer, fortsetzt.Die Stufe der Urnenfelder (etwa 1200—1000) wird von den meistenForschern mit Recht noch der Bronzezeit, von einigen aber auch nachP. Reineckes Vorgang schon der Hallstattperiode zugerechnet. Die Kul-tur der zweiten bis vierten Stufe stellt eine Weiterentwicklung innerhalbdesselben Volkes dar, während in der fünften ein neues Volk mit anders-artiger Kultur auf den Schauplatz tritt.

In chronologischer Beziehung ist also zu scheiden:

Bi die Adlerbergstufe, etwa 2100—1800 v. Chr.,

B 2 die 1. Hügelgräberstufe, etwa 1800—1600,

B 3 die 2. Hügelgräberstufe, etwa 1600—1400,

B_, die 3. Hügelgräberstufe, etwa 1400—1200,

B 5 die Urnenfelder, etwa 1200—1000 v. Chr.;

in ethnologischer Beziehung sind zu unterscheiden:

1) Pfahlbauer und Überreste der neolithischen Landbevölkerung,

2) Adlerbergleute,

3) Bevölkerung der Hügelgräber,

4) die Urnenfelderleute 41 ).

Indem wir nun zur Schilderung einiger wichtigeren Fundstätten über-gehen, wollen wir einerseits die zeitlichen und besonders ethnischenUnterschiede, andererseits das Typische der Siedelungslagen berücksich-tigen, soweit als möglich von Süden nach Norden vorschreitend.

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