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1 (1921) Die vorrömische Zeit
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wicklungskeime wurden aus sich heraus und durch äußere Anregungenlebhaft weitergefördert, so daß aus reinen Jägern und Fischern allmählichViehzüchter mit Hackbau wurden. Noch aber spielte der Kampf umdas Dasein nicht nur wegen der Nahrungsbedürfnisse, sondern auch gegenböse Nachbarn und wilde Tiere eine große Rolle. Da zogen von derDonau in mehreren Wellen die Bandkeramiker heran, vorgeschritteneAckerbauer mit Pflugwirtschaft, verschiedenen Sorten von Getreide, Wei-zen, Gerste und Hirse, und mit einem mannigfaltigen Haustierbestand. Sieübertrugen ihren Fortschritt auch auf die bald darauf aus dem Nordenvordringenden Rössener Leute, während die ebendaher kommendenSchnurkeramiker wenig vom Ackerbau wissen wollten. Sie und das west-liche Eroberervolk der Zonenkeramik, die allerdings durch gewerblicheLeistungen und weitere Handelsbeziehungen ihre geringere Neigung zumAckerbau etwas ausglichen, brachten einen teilweisen Rückschritt.

Aber die Liebe zur Scholle, die köstlichste Frucht des Acker-baus, blieb trotz allen Völkerwechsels bestehen und hielt wenn auch nurkleinere Scharen von Bauern auf den mühselig geschaffenen Grundstückenzurück, mag auch die große Masse weitergezogen sein. So wurde dieserheilige Funken des Menschheitsfortschritts immer wieder gerettet. Undwies auch unter der Herrschaft der Jägerstämme, die in der Bronzezeiterst recht die Oberhand gewinnen sollten, unser Land nicht mehr die aus-gedehnten Fruchtfelder und großen Dörfer wie zur bandkeramischen Zeitauf, so zeigte es doch überall kleinere Ackerflächen mit wogenden Saatenund Anpflanzungen von Gartengewächsen auch unmittelbar bei denHütten der Jäger und Viehzüchter. Und ähnlich verhielt es sich mit demFortbestand der Hausformen, Kleidung, Geräte usw., die trotz allen Wech-sels der Bevölkerung und veränderter Sitten doch selten spurlos vor demNeuen verschwanden, sondern ihm recht oft als Lehrmeister dienten.

Abb. 19. Blick auf den Homberg (links) und Totenkopf im Lumdatal.

(Aus Veröff. d. oberhess. Mus. und d. Gailschen Sammlungen zu üießen 2, 1919, S. 1.)