278 Divkletianus. Jahr Christus 285. Felix. (Kajus 27. B. zu N.)"'kurz vorher war zu Rom Felix (I) der Nachfolger des Dionysius geworden,welcher S Jahre die bischöfliche Würde bekleidet hatte.
Einnnddreißigs5 es H auplst ück.
Von der verderblichen Irrlehre der Mamchäer, welche damals zuerst ihrenAnfang genommen.
Um diese Zeit bereitete auch MaaeS, der dem Verstände nach ein wah-rer Maneö (2) war und dessen Name seiner teuflischen Ketzerei entsprach,
Diokletianus I. Ch. 236. Marccllinus 28. Bisch, zu Rom. (I. Ch. 281.) Euth-chianus. (I. Ch. 232) Kajus.
(1) Eusebius setzr in seiner Chronik den Lied des Dionysius und die Erhebung desFelix in das Z. 277. sie gehört aber ins I. 271. Im I. 277 war schon Eutychianusim zweiten I. auf dem Stuhl.
(2) Ein Wortspiel mit der Bcdcuttmg des griechischen ParticipiumS gowsi?, welcheseinen Rasenden bedeutet, oayon der bei den Griechen gewöhnliche Sclavenname, Manesherkommt. Bei diesem Ketzer aber war es kein griechischer, sondern ein persischer Nameden er sich selbst beigelegt haben soll, da er vorher Kubrikus geheißen. Die Alten suchtendarin ein Werk der Vorsehung, daß er sich von ungefähr einen solche» Name» beilegenmußte, der im Griechischen eine so schlimme Bedeutung hätte. Stroth. Da die Nach-richt, welche Eusebius von Manes und seiner Partei gibt, äußerst kurz und unbefriedigendist, und die Schriften von Beausobres (liist-üre üo hiuniobe« et Ziunielieisme) und vonBauer manchem Leser zu weitläufig ftyn dürfen, so möge hier ein kurzer Abriß von desManes Lehre nach Gicselers Darstellung (Kirchcngesch. B. 1. p. 223 ff.) folgen: SeinReligionesyfrcm beruht auf der Annahme zweier ewigen, neben einander bestehenden undsich begrenzenden Reiche, dem Reiche des Lichts und dem Reiche der Finsterniß,jenes von Gott, dieses von dem Dämon oder der Hylc beherrscht. Nachdem durcheinen Krieg zwischen beiden Reichen die Grenze durchbrochen war, und sich nun in derMitte die Lichtmalerci mit der Malerei der Finsterniß gemischt hatte, ließ Gott aus dieservermischten Malerei durch den lebendigen Geist nnLssu«, Spiritus vivons)die Welt bilden, damit nach und nach hier die gefangene Lichtmalerci (losus pnssidilis)wieder ausgeschieden, und die alte Grenze wiederhergestellt würde. Zwei erhabene Licht-naturcn Christis (von ihm lieber clextra luminis, nsi «iöl» «xcanv? Nvg ?c. genannt)und der heilige Geist, jener in Sonne und Mond (nsvvs), dieser im Acther wohnend,leiten diese Rückkehr der Lichtmalerei, während der Dämon und die bösen Geister, an dieGestirne gefesselt, sie zu verhindern suchen. In jedem Menschen wohnt außer der Lichtscrleauch eine böse Seele: es ist seine Aufgabe, jener die Herrschaft über diese zu verschaffen,von den in der Natur, besonders in gewissen Pflanzen, zerstreuten Lichtelcmenten so vielewie möglich mit ihr zu vereinigen, sie dadurch von den Fcsseln des bösen Princips zu be-freien und ihr den Weg zur Rückkehr in das Lichtreich zu bahnen. Nachdem die Menschen
' von dem Dämon durch falsche Religionen (Judenthum und Heidenthum) lange irre geleitetwaren, stieg Christus von der Sonne in einem Scheinkörpcr zur Erde hinab, um zur Ver-ehrung des wahren Gottes hinzuleiten und durch seine Lehre den Lichtseelen zu ihrer Be-freiung zu verhelfen. Seine Lehre wurde aber schon von den Aposteln nicht ganz verstan-den, und nach seinem Tode'von Christen noch mehr verfälscht; er verhieß dcßhalb nocheinen größern Apostel, den und dieser ist in Man! erschienen. Die Schriften
des neuen Testaments verwarfen die Mamchäer thcilS ganz, theils hielten sie dieselben füriaterpolirt; dagegen gebrauchten sie andere vorgeblich apostolische Schriften, so wie auchManis eigene Schriften bei ihnen im höchsten Ansehen standen. Ihre Moral zweckte dahin ab,der guten Seele durch die höchste Enthaltsamkeit das Uebergewicht über die böse Seele zuverschaffen, und theilte sich in daS signucnium oris, sign, manus u. sign, siuus. Da diestrenge Beobachtung derselben der Partei schon in der ersten Generation ein Ende gemachthaben würde, so theilte Man! seine Anhänger in zwei Klassen (olecti, porkoeti,und »miliares (xarTMzisuor) und erließ der zweiten die Beobachtung der drückendstenGesetze. Der Gottesdienst der Mamchäer war sehr einfach, den Sonntag feierten sie durchFasten, den Todestag des Man! durch ein jährliches Fest. Ossst«: Taufe und AbendmahlgeHorten zu dem geheimen Gottesdienste der Elccti. Man! selbst sandte 12 Apostel aus, um