Aurelianus. Jahr Christus 271. Dionysius." 277nämlich, daö Haus denjenigen einzuräumen, mit welchen die christlichenBischöfe in Italien und in der Stadt Rom in brieflichem Verkehr stün-den. (1) Auf diese Art wurde also der gedachte Mann zu seiner größtenSchande von der weltlichen Macht aus der Gemeinde getrieben. So warAurelianns damals gegen uns gesinnt. Allein im Verlaufe seiner Negie-rung änderte er seine Gesinnung gegen uns und er ließ sich bereits durchden Rath gewisser Leute dazu bewegen, (2) eine Verfolgung gegen uns zuveranstalten. Schon sprach man allenthalben viel davon. Da er abereben im Begriffe dazu war und das Edikt gegen uns beinahe schon (Z) unter-zeichnete, erreichte ihn die göttliche Strafgerechtigkeit und hielt ihn gleich-sam an dem Ellenbogen von seinem Unternehmen zurück, dadurch alleineinen glänzenden Beweis gebend, daß die weltlichen Fürsten gegen die Ge-meinden Christi nichts vermögen, wenn eö nicht die für sie streitende Machtnach ihrem göttlichen, himmlischen Ermessen der Züchtigung und Besserungwegen zu den Zeiten, welche sie selbst für angemessen erachtet, zulassen will.Nachdem nun Aurelianns 6 Jahre (ü) geherrscht hatte, so wurde ProbnSsein Nachfolger, und auf diesen nach einer eben so langen Regierung folgteKarns mit seinen beiden Söhnen Karinuö und Nnmeriauus. Auch diesehatten noch nicht volle Z Jahre regiert, als die Obergewalt anfDiokletianusund diejenigen, welche hernach von ihm zu Reichsgenvssen (5) angenommenwurden, überging. Unter diesen fand die Verfolgung statt, welche wirerlebt haben und die damit verbundene Zerstörung der Kirchen. Jndeß
' Felix, 25stcr Bischof zu Rom. I. Chr. 273. Aurclianus. I. Chr. 273. Felix.Probus. I. Chr. 276. Felix. Karus. I. Chr. 285. Diokletianus. Felix. (I. Chr. 276.)Eutychianus. 26fter Bischof zu Rom.
(1) O. h. welchen diese Bischöfe für ihren Mitbruder erkennen würden. AurelianuSthat dieß wohl aus Politik, weil er die Abhängigkeit der Provinzen von der Hauptstadtdurch alle Mittel wiederherzustellen suchte.
(2) Es bedurfte dessen vielleicht nicht, da dieser Kaiser ein eifriger Anhänger des orien-talischen Sonnenkultus war und die Nebcrzeugung hatte, daß die Wohlfahrt des Staatesund Herrlichkeit des Reichs mit der strengen Beobachtung der Staatsrcligiou auf das engstezusammenhänge.
(3) Der fast gleichzeitige Verfasser der dem Lactantius zugeschriebenen Schrift eismm-tidus psesoouwi'iim berichtet, das Edikt ftp schon ertasten gewesen, habe aber nochnicht bis zu dem Tode des Kaisers zu den entfernten Provinzen gelangen können. AuchAndere lassen schon die Verfolgung, die als die neunte gezählt wird, beginnen. Am wahr-scheinlichsten ist es aber, wib Reander bemerkt, daß der Bericht des Eusebius, der dasWenigste sagt, die Wahrheit enthält und daß das Uebrige durch Ueberlieferung hinzuge-setzt worden.
(4) AurelianuS wurde zwischen Hcraklca und Byzanz umgebracht am 3. April desJahrs 275, nachdem er 4 Jahre und ungefähr 4 Monate regiert hatte. Eusebius undAndere, die ihm 6 Jahre bürgten, rechnen nach julianischcn Jahren, die auf beiden Seitennicht voll sind. Hierauf folgte ein Interregnum von 6 Monaten, worauf Tacitus zumKaiser ernannt wurde. Nachdem dieser nach einer Regierung von 260 Tagen zu Tarsusentweder umgebracht worden oder am Fieber gestorben war (denn die Art seines Todes istunbekannt), wurde Probus in Jllyrien und Florianus zu Rom Kaiser, welcher letztere aberschon nach 89 Tagen bei Tarsus seinen Tod fand. Probus wurde nach einer Regierungvon 6 Jahren und 3 ganzen Monaten in Jllyricum von seinen eigenen Leuten gctödter,ungefähr im Anfang des Augusts des Jahrs 282. Der Kaiser Karus wurde im Jahr 284vom Blitz erschlagen, Numerianus aber ungefähr im September desselben Jahres und Ka-rinus im Jahr 285 umgebracht. Pagi.
(5) Es waren dieß Marimianus, der zum Mit-AugustuS, und Valerius und Kon-stantins (mit dem Beinamen ChloruS), die zu Cäsaren ernannt wurden.