Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

2 Konstant inus u. Licinius. Jahr Christus Z1I. Melchiades.die Qualen der Folter ihnen Geständnisse erpreßten , so erklärten sie, daßdas ganze Geheimnis; eine durch die Kunstgriffe des Theoteknus veran-staltete Betrügerei sey. Auf dieß verhängte Licinius die verdiente Strafeüber Alle und ließ zuerst den Theoteknus und hierauf auch die Theilnehmeran seinem Gaukelspiel nach vielen Martern tvdten. Auf diese Alle folgtenauch die Kinder des Maximinns, welche er bereits deS kaiserlichen Rangesund der Aufstellung in Gemälden und Abbildungen theilhaftig gemacht halte.Auch die Verwandten des Tyrannen, welche vormals voll Stolzes gewesenwaren und es sich hatten beigeheu lassen, alle Menschen unterdrücken zuwollen, erhielten mit der größten Schmach dasselbe Schicksal, wie die obenGenannten. Denn sie hatten sich nicht weisen lassen, (1) noch hatten siejene Ermahnung der heiligen Schrift eingesehen oder verstanden:Ver-blaßt euch nicht auf Fürsten, auf Söhne der Menschen, bei welchen keine»Hülfe ist. Sein Geist wird ausgehen und wird zurückkehren in seinLand. An demselben Tage werden alle ihre Anschläge zu Grundegehen."(2) Nachdem auf diese Weise alle Gottlosen ans dem Wegegeräumt waren, so behielten Konstautinns und Licinius die ihnen ge-bührende Herrschaft allein, in aller Sicherheit und unangefochten. Dieselegten nach Wegschaffung aller Gottlosigkeit, das ihnen von Gott er-zeigten Guten eingedenk, ihre Liebe zur Tugend und zu Gott, ihre Ver-ehrung desselben und ihre Dankbarkeit gegen ihn durch die zu Gunstender Christen erlassenen Gesetze an den Tag.

Ende de« neunten Buches.

Zehntes B m G»

Erstes Haupt st ü ck.

Von dem Frieden, den uns Gott verschafft hat.

Gott, dem Allherrscher und Könige des Weltalls seynb e r A lles Da n k dargebracht; der größte Dank aber auchunserem Erlöser und dem Erretter unserer Seelen, JesusChristus, durch welchen wir bitten, daß der Friede festund unerschüttert und frei von äußerlichen Stürmen, sowie von Stürmen der Seele immerdar erhalten werden

(1) Eine Anspielung auf Psalm 2, tv.

(2) Psalm t4S, 3. 4.