M. Aurelius. I. Chr. 173 — 178. Soter.» 147
Preißigstes Hauptstü ck.
Von dem Syrer Bardesanes und den ihm beigelegten Schriften.
Wie unter der Regierung des Kaisers M. Aurelius die Sekten in Me-sopotamien sich sehr mehrten, so verfertigte Bardesanes, (1) ein tüchtiger,in der syrischen Sprache sehr gewandter Mann, neben sehr zahlreichen andernSchriften Gespräche wider die Anhänger des Marcion und einige andereUrheber verschiedener Lehrmeinnngen in seiner Muttersprache, welche seineSchüler (er hatte aber deren sehr viele, weil er fest am gottlichen Wortehielt) ans dem Syrischen in das Griechische übertrugen. (2) Hieher geHortauch ein sehr sehr lehrreicher Dialog an Antoninns, Vom Schicksal, (3)und noch mehrere andere Schriften, die er aus Veranlassung der damaligenVerfolgung verfaßt haben soll. Bardesanes war früher ein Anhänger desValentinns gewesen ; allein später verwarf er dessen Lehre (ä) und widerlegtedie meisten der in ihr enthaltenen Fabeleien. So glaubte er nun sich zurrichtigen Lehre bekehrt zu haben ; allein ganz vermochte er doch nicht denSchmutz der alten Ketzerei von sich abzuschütteln. Um diese Zeit starb auchder römische Bischof Soter.
Ende des vierten Buches.
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Fünftes B u ch.
Vorrede.
Der römische Bischof Soter starb, nachdem er sein Amt acht Jahreverwaltet hatte. Sein Nachfolger war Eleutherus, der zwölfte nach denAposteln. Es war das i7te Jahr des Kaisers Antoninus Berus, als in
" Eleutherus, zwölfter Bischof in Rom.
(1) Er lebte zu Edessa und war ein Vertrauter des Abgar Bar Manu.
(2) Hieronymus, der diese Uebersctzungen noch gesehen hat, ruft darüber (<Is soript.eccles. V. Lniilosiinos) aus: Wenn noch in de» Dollmcischungen dieser Schimmer strahlt,was denken wir wohl, was sie in der Ursprache gewesen seyn müssen!
(3) Eusebius hat uns von dieser Schrift ein ansehnliches, mehr als gemeine Kennt-nisse verrathendes Bruchstück in seiner praepnr. ov-inAel. VI, 1(1. aufbewahrt. Bardesa-nes bekämpfte nach, denselben die Lehre von einem solchen Einflüsse der Gestirne auf dasLeben, die Handlungsweise und die Verhältnisse der Menschen, wodurch dieselben mit Roth-wcndigkcit bestimmt werden. Ob der Antoninus, dem er diese Schrift widmete, derKaiser war oder einer seiner Freunde, ist ungewiß, doch dürfte das letztere wahrscheinlicherseyn, da Bardesanes dem Kaiser wohl schwerlich ein syrisch geschriebenes Buch dcdicirt ha-ben kann. Auch schreibt Eusebius ein praopar. ovanAol. I. (i., daß Bardesanes die Ge-wohnheit gehabt habe, seine Bücher seinen Freunden zu dedicire».
(4) Epiphanius berichtet im Gegcntheil, Bardesanes scy zuerst ein Rechtgläubiger ge-wesen und erst später ein Valentiniancr geworden. Sein gelehrter Landsmann Ephraemaus dem vierten Jahrhundert weiß von einer Systcmsveränderung des Bardesanes garnichts. Uebrigens war Bardesanes auch Hymncndichter.
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