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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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schlingt“ (S. 31). Von größter Bedeutung für die Besiedelung des Wald-gebiets wurden einerseits die Königshöfe, wie zu Lautern (Kaiserslautern,später Pfalz Barbarossas!), Albisheim, Kirchheim an der Eck, Kusel usw.),andererseits die Klöster, über die schon oben S. 239 f. kurz gehandelt ist.

Die Vogesen (vgl. auch 1, S. 189, II, S. 164) unterscheiden sichvom Schwarzwald, ganz abgesehen von den geologischen und physikali-schen Verhältnissen, besonders dadurch, daß sie im Westen und Ostenvon einer wesentlich breiteren und gelegentlich sich einander mehrnähernden, durch alle Perioden bewohnten Siedelungsfläche begrenztwaren, als es beim Schwarzwald der Fall ist (vgl. die Karte bei HoopsReallexikon I, Taf. 29, von O. Schlüter), so daß hier der gegenseitigeAusgleich mitten durch das Gebirge und die Festsetzung in demselbenleichter war. Tatsächlich hat sich auch die romanische Bevölkerung inden Vogesen bis in die germanische Zeit hinein viel dichter erhalten alsim Schwarzwald. Die Alamannen machten nach Ausweis der Reihen-gräber und Ortsnamen ihr diesen Alterssitz zunächst wenig streitig.Weder die —ingen- noch die —heim-Orte, letztere zahlreich am Ge-birgsrande, sind von Osten tiefer in das Gebirge eingedrungen, dagegenbegegnen erstere (mit einigen —heim) häufiger an den Nebenflüssen deroberen Saar bis nahe an den Vogesenkamm (Weislingen, Rexingen,Drillingen usw., darunter auch unechte), also längs uralter Wege vonWesten her, aber zweifelhaften alamannischen Ursprungs. Die zwischenStraßburg und Zabern so dichtgedrängten —heim-Orte, unter denensich nur ganz wenige —ingen befinden, fehlen zwischen Zabern undSaarburg an jener Straße und sind auch seitlich derselben selten, währendgegen Westen die —ingen immer mehr zunehmen (vgl. Band II, KarteTaf. 19). Auch der —stat-, —dorf- und —feld-Orte sind es im Gebirgenicht gerade viele, um so mehr der —weder, ein Beweis, daß die fränki-sche Kolonisation hier nur schwach einsetzte. Neues Leben brachte erstdie christliche Mission in die stillen Vogesentäler und auf manchen Wald-berg. An der Spitze steht der Odilienberg, wo der „Heidentempel“ durch^Bischof Leodegar im VII. Jahrh. getauft und 680 ein der Maria und Petrusgeweihtes Kloster errichtet wurde. Auch, die andern frühen Kloster-gründungen knüpften zum Teil an altheidnische bzw. römische Stättenan (vgl. oben). Die fränkischen Königspfalzen und Königshöfe beschränk-ten sich im wesentlichen auf die Ebene und das fruchtbare Hügelland,selbst an der großen, viel benutzten Heerstraße von Straßburg überZabern nach Metz finden sich von Zabern ab erst an der Saar bedeuten-dere Siedelungen. Natürlich besaßen die Grafen auch im Gebirge einigeJagdschlösser und Höfe, zum Teil an Stellen, an denen sich später mittel-alterliche Burgen erhoben. Vgl. auch oben S. 35 f., 56 f., 103 u. s.

Literatur: Anz. f. eis. Alterk. bzw. Cahiers d’archeologie et d’liistoire d’Alsa?e,Jahrbuch des Vogesenklubs, „Die Vogesen“ (Z. f. Touristik und Landeskunde), Q. Wolf-ram, Siedelungsprobleme in Elsaß-Lothringen, 1915, u. a. ni.