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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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Undenheini usw. (Mainzer Zeitsclir. XV/XVI, S. 12), aber gerade die Tat-sache, daß sie fast alle schon im Mittelalter, vielfach vor dem Dreißig-jährigen Krieg, eingegangen sind, bekundet ihre geringe Lebensfähigkeitteils wegen nicht genügenden Ackerlands, teils wegen Wassermangelsinfolge der Waldlosigkeit. Wenn in Rheinhessen gerade da, wo heutenoch Wald aufragt, kein auf diesen hinweisender Ortsname begegnet, da-gegen in dem jetzt völlig waldlosen Innern nicht weniger als drei Vor-kommen (Sörgenloch, Heßloch, Eichloch; Waldiilversheim gehört nichtdazu), die auch in fränkischer Zeit nur kleinen Waldbestand gehabt habenkönnen, so erkläre ich mir dies damit, daß diese kleinen Waldgruppeninmitten der baumlosen Lößflächen besonders auffielen und gerade des-halb Veranlassung zu einer solchen Ortsbezeichnung gaben.

Weitaus die Mehrzahl der so zahlreichen —h e i m - O r t e (etwa 140)Rheinhessens ist schon in den Urkunden des VIII./IX. Jalirh. bezeugt,und bei der größeren Anzahl derselben sind fränkische Reihengräber desVI./V1I. Jahrh. aufgedeckt. Da letztere fast ausnahmslos in der Nähe derältesten Kirchen der heutigen Ortschaften liegen, ist dadurch die Kon-tinuität der Siedelung erwiesen und die Abgrenzung der fränkischen Markbis in das VI. Jahrh. zurück datiert, also in die Zeit der Landnahme durchdie Franken. Die heutigen Gemarkungen dieser —heim-Orte haben nunrecht verschiedene Größe, etwas weniger als ein Drittel über 1000 Hektar,fast gleichviele zwischen 500—1000 bzw. unter 500 Hektar. Es ist diesbei der verhältnismäßigen Gleichheit des Landes eine auffallende Un-gleichheit, die in vielen Fällen nachweislich durch jüngere Vorgänge sicherklärt, zum größeren Teil aber auf die erste Verteilung zurückgehenmuß. Dies wird bewiesen nicht nur durch die ungleiche Größe auch jenerrechteckigen Gemarkungsblöcke, welche die römische Landvermessungfestgehalten haben, sondern auch durch die bald enger liegenden, baldweiter voneinander entfernten großen fränkischen Friedhöfe, z. B. vonKöngernheim, Selzen, Hahnheim, Udenheim, Saulheim, Olm, die alle beiden heutigen Kirchen liegen und durch ihre Abstände verschieden großeGemarkungen wie heute zur Voraussetzung haben. Es ergibt sich daraus,was eigentlich selbstverständlich ist, daß bei der Abgrenzung der einzelnenMarken neben der Zahl der Neusiedler verschiedene Faktoren, wie dieBeschaffenheit des Bodens, der Vorteil der Bewirtschaftung, die Stärkeder seßhaft gebliebenen einheimischen Bevölkerung usw., in Betrachtkamen. Im allgemeinen erstrebte man aber einen möglichst rechteckigenBlock mit der Siedelung in der Mitte an einem Bachlauf, doch 6egegnennicht selten auch keilförmige Gebilde, da jede Gemarkung sich an denVorteil von Wiesengelände, Wald und sonnigen Rebhängen herandrängte.

2. Im Neckarhügelland und Taubertal.

Hat das Gelände im Neckarhügelland nach der Bodenbeschaffenheitauch viele Ähnlichkeit mit dem rheinhessischen, so fällt hier doch der