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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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entgegentrat, wenn auch ein gewisser „Staatssozialismus“ zu Grunde gelegenhaben wird. Dabei kann aber ruhig in bescheidenerem Umfang Privat-eigentum bestanden haben, wie es Tacitus ändeutet, wenn er die Äcker„secundum dignationem“ verteilt werden läßt, also nach Würde und Ver-dienst, im Gegensatz zur römischen Latifundienwirtschaft. Jedenfalls kannvon einer reinen kommunistischen Markgenossenschaft, wie manche For-scher annahmen, keine Rede sein. Die von E. Sclnvyzer, Tacitus Qerm. 1923,S. 132, angeführte westbulgarische Parallele ist immerhin von großemInteresse und mag auch für solche germanische Gebiete gelten, wo Acker-land im Überfluß vorhanden war. Die Größe der germanischen Markrichtete sich nach der Zahl der Siedler (pro numero cultorum). Es wareine sogenannte Feldgraswirtschaft, indem das Ackerland (arva) nacheinem bestimmten Zeitraum zur Weide benutzt wurde (per annos mutant),wobei ein Wechsel der Siedelungen völlig ausgeschlossen ist. Neben denFreien gab es schon Hörige und Sklaven (Tacitus Germania 25: liberti,servi), die nicht, wie bei den Römern, auf den herrschaftlichen Haushaltverteilt waren, vielmehr häufig eine Sonderwirtschaft betrieben (Tacitus:suam quisque sedem, suos penates regit), wie vielfach die mancipia undLiten des frühen Mittelalters, natürlich mit Dienstleistungen und Abgabenfür ihre Herren.

A. Die Dorf marken der Volkssiedelungen.

Obwohl die zu den Städten und Dörfern gehörigen Fluren vor jeder-manns Augen wie ein Buch offen ausgebreitet liegen, haben sie in derwissenschaftlichen Forschung noch nicht die Beachtung gefunden, dieihnen in geschichtlicher Beziehung gebührt. Ihre Lage, Größe und Ge-stalt, wenn auch im Verlauf der Zeiten mannigfach verändert und ver-wischt, verrät bei genauerem Zusehen doch dem geübten Auge die ältesteGeschichte der betreffenden Siedelung. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst,sagt das Sprichwort, und so haben auch die ersten Siedler im mög-lichsten Umfang die besten Fluren bzw. das Land sich angeeignet, dasihren wirtschaftlichen Zwecken am dienlichsten erschien. Die Jäger undViehzüchter legten auf Wald, Matten und Wiesen mehr Gewicht, dieAckerbauer auf leicht zu bewirtschaftendes, ergiebiges Ackerland. DaWald und Weide aber bis ins Mittelalter der ganzen Markgenossenschaftgemeinsam waren (Almend) und in genügendem Ausmaß zur Verfügungstanden, werden die Eigentumsgrenzen bei den viehzuchttreibendenStämmen, wie den Alamannen, nicht so genau genommen worden sein wiebei den fränkischen Bauern, obwohl auch dort die Marken der Hundert-schaften zweifellos in einfacherer Weise abgegrenzt waren. Die Franken,auch hierin die Erben der Römer, nahmen es mit der Flurverteilung vielgenauer, häufig sich noch an das römische Vorbild anlehnend. Wenn esuns gelingt, dieser ersten Flurverteilung der Franken im Zusammenhangmit den ältesten —ingen- und —heim-Orten in den Rheinlanden schärfer