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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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Buconica für Nierstein (882 Neristein) verloren ging, während er sich beidem gleichwertigen Etappenort Vosolvia (Oberwesel) gehalten hat, wirdsich wohl nie ergründen lassen, da hier keine lokale Verschiebung vor-liegt. Bei Concordia (Wizunburg - Weißenburg bzw. Altenstadt), beiArgentovaria (Chorust, Horburg — Sumpfburg) mag die Umnennung wiebei Argentorate - Straßburg zu erklären sein. Die Neigung, die altenRömersiedelungen umzutaufen, war wohl geringer bei denjenigengermanischen Stämmen, welche, wie Teile der Alamannen und Ripuarier,schon lange in deren Nähe wohnten und ihre Namen sich eingeprägthatten, als bei den aus weiterer Ferne herkommenden, welche jenen Lautkaum vernommen hatten. So wird auch die Umnennung von Straßburgund Speyer kaum von einem ursprünglich gegenüberwohnenden Ala-mannenstamm, sondern von einem ferneren ausgegangen sein. BeiSpeyer sind außerhalb der Stadt drei alamannisch-fränkische Siedelungs-bzw. Qräbergruppen festgestellt, am Germansberg, im Gewann Roß-sprung und am Hauptbahnhof („Altspeyer“), ohne Anschluß an das großerömische Gräberfeld wie in Worms und Mainz, also wohl gleichfalls einevorübergehende Verödung der alten Römerstadt andeutend (Palatina 1924,F. Sprater).

Auf dem Lande wurde, soweit die fruchtbare Ebene in Betrachtkommt, die alte Bevölkerung vielfach völlig weggewischt, wenigstens imder Rheinebene, wie die unendlichen —ingen- und —lieim-Orte zusammenmit den frühfränkischen Gräberfeldern beweisen, und sie wurde nurinsofern geschont, als sie für Berg- und Weinbau oder zur Arbeit aufden Gehöften der germanischen Großen Verwendung fand. Dies be-weisen die Walen-Orte, die in der Nähe alter, besserer Weingebiete, dieganz von den Germanen in Beschlag genommen wurden, selten fehlen,wie namentlich in Rheinhessen. Aber schon im Mosel- und Nahetalkonnte sie sich in weit größerer Stärke halten. Im Gebirge, wo wie inden Vogesen, im Hunsrück und in der Eifel die —ingen- und —lieim-Orteverhältnismäßig selten sind, begegnen umso zahlreicher die alten gallo-römischen Namen, namentlich auf —ich und —ach (W. Kaspers, Die—acum Ortsnamen des Rheinlandes, Halle 1921), ebenso die Walen-Orteund noch mehr die Wilare = —weiler-Orte, wenn auch ein guter Teilderselben zweifelsohne germanische Bevölkerung barg, meist mit romani-schem Namengefiige, auch die Doppelnamen. Die romanischen Wort-formen der Prümer Grenzbeschreibung von 721 und 816, die romanischenFlurbezeichnungen von Mehring, Lörsch, Schweich, , Wittlich an derMosel in einer Urkunde des IX. Jahrli. (in fontaneto, in fossato, novello,plantato, L. Wirtz, Düsseldorfer Jahrb. 27, 1915, S. 308) beweisen das-selbe, wenn auch daneben die deutsche Sprache herrschte, ja vorherrschte,wie in den Grenzbeschreibungen und Namenlisten der Klöster Prüm,Kornelimünster, Stablo-Malmedy aus dem VIII./IX. Jahrli. die deutschenNamen weitaus iiberwiegen. Wenn in der Eifel und im Hunsrück die