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Kirchengeschichte
Entstehung
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361
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Konstantinus u. Licinius. I. Chr. 51952ss. Silvester. JLIdem Erdboden gleich machen, theils schließen, damit Niemand von dengewöhnlichen Besuchern daselbst zusammenkommen, noch Gott den gebüh-renden Dienst erweisen könnte. Denn er glaubte, von seinem bösen Gewis-sen auf solche Gedanken gebracht, nicht, daß die Gebete daselbst für ihn dar-gebracht würden, sondern war vollkommen überzeugt, daß wir für den gott-geliebten Kaiser Alles thäten und von Gott Gnade für ihn erflehten. Dahersuchte er seinen Zorn an uns auszulassen. Diejenigen von den Statthaltern,welche ihm schmeicheln wollten und wußten, daß sie dem Verworfenen dadurchwohlgefällig seyen , belegten einige Bischöfe mit den gewöhnlichen Strafender Missethater, und Männer, die im geringsten nichts verbrochen hatten,wurden ohne alle Ursache fortgeschleppt und Mördern (1) gleich bestraft.Andere mußten eine ganz neue Todcsart erdulden. Man zerhackte nämlichihre Körper mit einem Schwert in viele Stücke und warf sie nach dieserunmenschlichen, höchst schauerlichen Scene in die Tiefe des Meeres, den Fischenzur Speise. Auf dieß begann von Neuem die Flucht der gottseligen Männer.Wiederum nahmen Felder, wiederum Einöden und Wälder und Berge dieDiener Gottes auf. Da dieß auf diese Art dem Gottlosen von Stattenging, so nahm er sich nun weiter vor, eine neue Verfolgung wider Alle zuerregen. Und wirklich würde er seinen Zweck erreicht haben, ohne daß ihmetwas im Wege gewesen wäre, das den Fortgang seines Unternehmensgehemmt hätte, wenn nicht Gott, der Beschützer seiner Seelen, dem, wasgeschehen sollte, ans das Schnellste vorgegriffen und wie in tiefer Finsternis;und in der dunkelsten Nacht einen großen Stern und Retter ans einmalAllen hätte erglänzen lassen, indem er seinen Diener Konstantinus mithohem Arm gleichsam an der Hand in diese Gegenden führte.

Neuntes Hanptst ü ck.

Von dem Siege des Konstantinus und was den Untcrthancn des römischen Reichsdurch ihn zu Thcil geworden.

Diesem schenkte Gott von oben herab vom Himmel Trophäen und Siegüber die Gottlosen als wohlverdienten Lohn seiner Frömmigkeit, den Böse-wicht aber warf er nebst allen seinen Nathgebern und Freunden hingestrecktzu des Konstantinus Füßen. Wie nämlich der letztere es in seinem Wahn-sinn bis zum Aeußersten trieb, da glaubte der Kaiser, der Freund Gottes,daß es nicht länger zu ertragen sey; er zog deßwegen seine Klugheit zu Nathe,vermischte die strengen Grundsätze der Gerechtigkeit mit denen der Men-schenliebe, beschloß, voll des besten Willens, den unter dem TyrauncnjocheSchmachtenden zu Hülfe zu kommen und unternahm es, durch die Hinwcg-räumung einiger weniger Bösewichter einen sehr großen Theil des Men-

(l) Darauf scheint der ältere Wiktor anzuspielen, wenn er Kap. 4!. sagt, dem Lici-nius ftp es noch nicht Befriedigung genug gewesen, berühmte Philosophen unschuldigerWeise wie Sklaven kreuzigen zu lassen.

Eusebius Kirchengeschichte.