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Kirchengeschichte
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362
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362 Kvustautinns u. Licinius. I. Chr. ZI57>2ss. Silvester,schcngcschlechts zu retten. Denn während er früher nur den Eingebungenseiner Menschenliebe svlgte und Mitleiden mit dem hatte, der keiner Theil-nahme werth war, so kam es diesem nicht zu Statten, da er keineswegs vonseiner Bosheit abließ, sondern im Gegeutheil noch seine Wuth gegen seineUnterthanen steigerte; diesen Unglücklichen aber, die vvn diesem grausamenUngeheuer gequält wurden, blieb keine Hoffnung zur Rettung übrig. Dcß-wegen mischte der Beschützer der Tugend mit der Liebe zum Guten Haßgegen das Böse und zog in Begleitung seines Sohnes Krispus,(1) desmenschenfreundlichsten Fürsten, aus, um seine rettende Hand Allen, diezu Grunde gehen wollten, zu reichen. Sodann trugen beide, Vater undSohn, unter der Leitung und unter dem Beistande des allwaltenden Gvries,des Sohnes Gottes, des Erlösers Mn', nachdem sie ringsherum ihre gegendie Gottesverächter hinausgeführte Streitmacht vertheilt hatten, einenleichten Sieg davon, da ihnen in der Feldschlacht selbst Alles von Gottnach Wunsch erleichtert wurde. So waren denn also diejenigen, die nochgestern und ehegesteru Tod und Drohungen geschnaubt hatten, plötzlich undehe man es sich versah, nicht mehr, ihrer wurde auch nicht einmal demNamen nach mehr gedacht, und ihre Gemälde und andere Ehrendenkmälertraf die verdiente Schande, lind was Licinius mit eigenen Augen bei denvorigen gottlosen Tyrannen gesehen hatte, eben dasselbe widerfuhr jetzt ihmauf gleiche Weise. Denn da weder er selbst sich hatte zurechtweisen lassen,noch durch die Strafe Anderer klug geworden, sondern aus demselben Wegeder Gottlosigkeit, wie jene, gewandelr war, so stürzte er jetzt mit vollem Rechtein denselben Abgrund. Und dieser lag denn auf solche Art darniedergestrecklda. Der durch jegliche Tugend der Gottseligkeit ausgezeichnete große SiegerKonstantin dagegen nahm mit seinem Sohne Krispus, den gottgefälligenund seinem Vater in allen Stücken ähnlichen Fürsien, Besitz von seinemOrient und errichtete wieder ein einziges vereintes Nömerreich, wie es vor-mals gewesen, indem sie alle Lande vom Aufgang bis zum äußersten Un-tergang nebst Mittag und Mitternacht ihrem friedlichen Scepter unter-warfen. Den Menschen war nun alle Furcht vor denen, welche sie einstbedrückt hatten, benommen, und sie feierten deßwegen herrliche Fest- undFreudentage. Alles strahlte von Heiterkeit und mit freudelächelndem Antlitzund heiteren Blickes sahen diejenigen einander an, die vorher niedergeschlagengewesen waren. Mit Neigen und Lobgesängen pries man in den Städtenund auf dem Lande vor allen Andern Gott, den allwaltenden König (wie siees als Christen gelehrt worden waren) und sodann den frommen Kaijernebst seinen gottgeliebteu Söhnen. Das Andenken an die alten Leidenwar verschwunden, Vergessenheit aller Gottlosigkeit eingetreten; manlebte nur dem Genüsse des gegenwärtigen und der Hoffnung des zukünftigen

(t) Dieser talentvolle, treffliche Sohn Konstantins war schon im Jahr 315 von seinemVater zum Cäsar ernannt worden. Er endigte später, von seiner Stiefmutter Fausta einesblutschänderischen Angriffs auf ihre Keuschheit beschuldigt, als er ihre Liebesanträge abwies,zu Pola in Jstrien auf Befehl seines Vaters entweder durch Nachrichtcrshand oder durchdie sanfteren Wirkungen des Gifts sein Leben.