Konstautinns n. Licinius. Jahr Christus ZI Silvester. .355
„weil einige, wie es so zu geschehen pflegt, mit Nichtachtung ihrer eigenen„Wohlfahrt und der der heiligsten Religion schuldigen Verehrung auch„noch jetzt ihre Privatfeindschaften fortzusetzen nicht aufhören und sich„mit dem schon gefällten Urtheil nicht zufrieden geben wollen, mit„der Behanvtung, daß es nur sehr wenige gewesen wären, (1) welche„ihren Spruch und ihr Urtheil gefällt hätten und daß diese ohne vorher-gegangene genaue Untersuchung der einer solchen bedürfenden Umstände„zu schnell und hitzig sich mit Fällung des UrtheilS beeilt hätten, und„da ans diesem allem der Uebelstand sich ergibt, daß einestheils gerade„diejenigen, welche eine gleichgestimmte, brüderliche Einträchtigkeit gegen«einander hätten beobachten sollen, auf eine schändliche oder vielmehr ab-scheuliche Weise sich von einander trennen, anderntheils diejenigen, deren„Gesinnung von der heiligsten Religion abgewandt ist, auf diese Art«Gelegenheit zum Spott erhalten, so habe ich es für meine Pflicht ge-..halten, Sorge zutragen, daß der Gegenstand, welchen man nach schon„.ausgesprochenem Urtheile durch freiwillige Uebereinkunft hätte beruhen„lassen sollen, doch wenigstens jetzt einmal durch die Gegenwart vieler„seine Erledigung finden könnte. Da wir nun bereits den Befehl er-„theilt haben, daß eine große Anzahl Bischöfe aus sehr vielen vcrschie-„denen Orten in der Stadt Arelate (2) bis zum ersten August (Z) zu-sammenkommen sollen, so haben wir geruht, auch dir zuschreiben, du„sollest dir vom hvchansehnfichen Korrektor (ä) von Sicilien Latronianns„ein öffentliches Fuhrwerk geben lassen, und zwei Männer vom zweiten„Sitze, (5) die du dir nach deinem eigenen Gefallen auswählen magst,„und überdieß drei Diener zur Aufwartung unterwegs mit dir nehmen„und innerhalb des bestimmten Termins an dem vorherbesagten Orte„dich einfinden, damit durch deine Ehrwürdcn und durch die einhellige„und einmüthige Einsicht der andern daselbst Versammelten, auch diese„Sache, welche bis jetzt auf eine schlechte Art durch gewisse schimpfliche„Zänkereien fortgedauert hat, nach Abhörung alles dessen, was von den„beiden streitenden Parteien, denen wir gleichfalls zu erscheinen befohlen„haben, gesagt werden kann, endlich einmal zur geziemenden Religion„und Glanben und zur brüderlichen Eintracht zurückgeführt werden könne.«Der allmächtige Gott möge dich viele Jahre lang gesund erhalten!"
(t) Es waren nämlich außer dem Bischof zu Rom und den drei genannten gallischenBischöfen noch 13 italiänischc Bischöfe zugegen, deren Namen Optatus nennt. Stroth.
(-) Jetzt Arles in Frankreich.
(3) Des Jahrs 314.
f4) So hieß unter den Kaisern eine Art Landvögtc, welche über die Mittlern Pro-vinzen gesetzt waren.
(5) Dicß sind die Presbyter. Rur sie und der Bischof saßen, doch so, daß der Stuhldes Bischofs höher war, als der ihrige. Uebrigens behauptete Hieronymus zu seiner Zeitnoch, daß Bischof und Presbyter einerlei scy und daß jener weiter nichts scy als der erstePresbyter. Man sehe den Brief -ul Lva-zrinni im I'om. II. seiner Werke S. 220. Stroth.
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