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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
345
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KonstantinuS u. Licinius. Jahr Christus 515. Melchiades. 34»Gottes, für diejenigen, welche noch der Reinigung und Abwaschungdurch Wasser und den heiligen Geist bedürfen, so daß jene oben ange-führte Prophezeihung sich nicht mehr auf Worte beschränkt hat, sondernwirklich in Erfüllung gegangen ist. Denn es ist jetzt in Wahrheit dieletzte Herrlichkeit dieses Hauses größer geworden, als die erste gewesenist. Denn da der Hirle und Herr der Kirche, welcher einmal für dieseden Tod erlitten, nach seinem Leiden den Körper, den er um ihret-willen voll Schmutzes angezogen, in einen glänzenden und herrlichen«verwandelt, und das bereits verwesende Fleisch von dem Verderben zurUnsterblichkeit geführt hatte, so war es ganz natürlich und nothwendig,daß auch sie die Heilsanstalt des Erlösers mit genieße. Denn siehat von ihm eine noch viel größere Verheißung, als dieses, erhaltenund sehnt sich nach der noch viel größern Herrlichkeit der Wiedergeburtin der Auferstehung eines unvergänglichen Körpers mit den Schaarender Engel des Lichts in der über die Himmel hinaus liegenden ResidenzGottes mit Christus Jesus selbst, dem Allwohlthäter und Heiland,ununterbrochen in alle Ewigkeit theilhaftig zu werden. Jndeß ist dochfür die Gegenwart, die weiland Verwittwete und Verlassene durch dieGnade Gottes mit diesen Blumen geschmückt und, wie der Prophetsagt, wahrhaftig geworden, wie eine Lilie. Wie sie aber, angethan mitdem Brautgewande und dem Kranz der Schönheit ans dem Haupte, vonJesaias(l) jauchzen und mit preisenden Worten Gott, ihrem Könige, ehr-fu.chtsvollen Dank darzubringen gelehrt wird, darüber wollen wir ihreeigenen Worte hören:Es freue sich des Herrn meine Seele. Denn erhat mich angethan mit dem Mantel des Heils und mit dem Gewände derFreude. Denn er hat mir, wie einem Bräutigam, einen Kranz aufgesetztund mich geschmückt, wie eine Braut und wie ein Land, das seine Blumenhervorsprossen läßt. Und wie ein Garten aufgehen läßt seinen Saamen,also hat der Herr Gerechtigkeit und Freudigkeit aufgehen lassen vor allenVölkern." Solches nun jauchzte sie. Wie ihr aber der himmlische Bräu-tigam, das Wort, Jesus Christus selbst, wieder antwortet, darüber höredie Worte des Herrn:Fürchte dich nicht, daß du beschimpft worden bist,noch kümmere dich, weil man dich geschmäht hat. Denn du wirst deinerlangen Schande vergessen und der Schmach deiner Wittwenschaft nichteingedenk seyn. Nicht wie eine verlassene und kleinmüthige Frau hat dichder Herr gerufen, noch wie ein Weib, das gehaßt worden von Jugendauf. Denn Gott hat gesprochen: einen kleinen Augenblick habe ich dichverlassen, aber mit ewigem Erbarmen werde ich mich deiner erbarmen.In lindem Zorn habe ich wein Angesicht von dir gewandt, aber mit ewigemErbarmen werde ich mich deiner erbarmen, hat gesprochen der Herr, deinErlöser. (2) Wache auf, wache auf, die du getrunken hast ans der Handdes Herrn den Becher seines Grimms. Denn den Becher des Verderbens,

(1) öt, 10 ff.

(2) Ich 54, 4. 6. 7. 8.