KonstantinuS u. Licinius. Jahr Christus 515. Melchiades. 34»„Gottes, für diejenigen, welche noch der Reinigung und Abwaschung„durch Wasser und den heiligen Geist bedürfen, so daß jene oben ange-„führte Prophezeihung sich nicht mehr auf Worte beschränkt hat, sondern„wirklich in Erfüllung gegangen ist. Denn es ist jetzt in Wahrheit die„letzte Herrlichkeit dieses Hauses größer geworden, als die erste gewesen„ist. Denn da der Hirle und Herr der Kirche, welcher einmal für diese„den Tod erlitten, nach seinem Leiden den Körper, den er um ihret-„willen voll Schmutzes angezogen, in einen glänzenden und herrlichen«verwandelt, und das bereits verwesende Fleisch von dem Verderben zur„Unsterblichkeit geführt hatte, so war es ganz natürlich und nothwendig,„daß auch sie die Heilsanstalt des Erlösers mit genieße. Denn sie„hat von ihm eine noch viel größere Verheißung, als dieses, erhalten„und sehnt sich nach der noch viel größern Herrlichkeit der Wiedergeburt„in der Auferstehung eines unvergänglichen Körpers mit den Schaaren„der Engel des Lichts in der über die Himmel hinaus liegenden Residenz„Gottes mit Christus Jesus selbst, dem Allwohlthäter und Heiland,„ununterbrochen in alle Ewigkeit theilhaftig zu werden. Jndeß ist doch„für die Gegenwart, die weiland Verwittwete und Verlassene durch die„Gnade Gottes mit diesen Blumen geschmückt und, wie der Prophet„sagt, wahrhaftig geworden, wie eine Lilie. Wie sie aber, angethan mit„dem Brautgewande und dem Kranz der Schönheit ans dem Haupte, von„Jesaias(l) jauchzen und mit preisenden Worten Gott, ihrem Könige, ehr-„fu.chtsvollen Dank darzubringen gelehrt wird, darüber wollen wir ihre„eigenen Worte hören: „Es freue sich des Herrn meine Seele. Denn er„hat mich angethan mit dem Mantel des Heils und mit dem Gewände der„Freude. Denn er hat mir, wie einem Bräutigam, einen Kranz aufgesetzt„und mich geschmückt, wie eine Braut und wie ein Land, das seine Blumen„hervorsprossen läßt. Und wie ein Garten aufgehen läßt seinen Saamen,„also hat der Herr Gerechtigkeit und Freudigkeit aufgehen lassen vor allen„Völkern." Solches nun jauchzte sie. Wie ihr aber der himmlische Bräu-tigam, das Wort, Jesus Christus selbst, wieder antwortet, darüber höre„die Worte des Herrn: „Fürchte dich nicht, daß du beschimpft worden bist,„noch kümmere dich, weil man dich geschmäht hat. Denn du wirst deiner„langen Schande vergessen und der Schmach deiner Wittwenschaft nicht„eingedenk seyn. Nicht wie eine verlassene und kleinmüthige Frau hat dich„der Herr gerufen, noch wie ein Weib, das gehaßt worden von Jugend„auf. Denn Gott hat gesprochen: einen kleinen Augenblick habe ich dich„verlassen, aber mit ewigem Erbarmen werde ich mich deiner erbarmen.„In lindem Zorn habe ich wein Angesicht von dir gewandt, aber mit ewigem„Erbarmen werde ich mich deiner erbarmen, hat gesprochen der Herr, dein„Erlöser. (2) Wache auf, wache auf, die du getrunken hast ans der Hand„des Herrn den Becher seines Grimms. Denn den Becher des Verderbens,
(1) öt, 10 ff.
(2) Ich 54, 4. 6. 7. 8.