Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
344
Einzelbild herunterladen
 

344 Kvnstantimis u. Licinius. Jahr Christus 316. Melchiades.heiligen Bezirks Eintretenden eine große Wenge Wassers zur Reinigungspendeten. Und dieß ist der erste Aufenthaltsort der Eintretenden,welcher Allen ein Schauspiel von Zierlichkeit und Pracht, denen aber,die noch der ersten Anfangsgrunde bedürfen, eine passende Stelle dar-bietet. Nach diesem machte er durch mehrere andere innere Vorhöfedie Zugänge zu dem Tempel offen, indem er wiederum gegen die Mvr-gensonne hin drei Pforten auf einer und derselben Seite erbauen ließ.Die mittlere derselben war die zu beiden Seiten an Größe und Weitezu übertreffen bestimmt, Er schmückte sie auf das Herrlichsie mit ehernenPlatten, die mit Eisen befestigt waren, und mit mancherlei Verzierungenin halberhabener Arbeit und gab ihr gleichsam als einer Königin die«andern als Trabanten bei. Auf dieselbe Weise ordnete er auch für diespalten zu beiden Seiten des ganzen Tempels eine gleiche Zahl vonVorhöfen an und brachte auf jenen, um reichliches Licht von obenherabfallen zu lassen, verschiedene Oeffnungen an und verzierte sie mitganz feiner Arbeit aus Holz. An das königliche Haus aber verwandteer reichere und kostbarere Stoffe, wobei er in Betreff der Kosten einegroßartige Freigebigkeit zeigte. Ich halte es hier für überflüssig, dieLänge und Breite des Gebäudes zu beschreiben und die herrliche Schön-heit, die unbeschreibliche Größe, den glänzenden Anblick der Arbeit, diehimmelan ragenden Gipfel und die auf denselben befindlichen kostbaren Cederndes Libanon, deren selbst die heilige Schrift zu erwähnen nicht vergessenhat, wenn sie sagt:(ck) «Es wird sich freuen das Holz des Herrn unddie Cedern des Libanon, welche er gepflanzt hat,« mit Worten auszu-drücken. Und was soll ich jetzt über die so weise, künstlerische Anord-nung des Baues und über die außerordentliche Schönheit der einzelnenTheile weitläufig mich verbreiten, da das, was die Augen sehen, jedeBelehrung durch das Gehör überflüssig macht? Nachdem er nun aufdiese Weise den Tempel vollendet und ihn mit hohen Thronen zu Ehrender Vorsteher und noch mit Sitzen in gehöriger Ordnung durch denganzen Tempel hin ausgeschmückt hatte, so stellte er noch inmitten desTempels das Allerheiligste, den Altar, auf und umgab auch ihn, umdie Menge davon abzuhalten, mit einem hölzernen Gitterwerk, das mitder höchsten künstlerischen Feinheit ausgearbeitet war und dessen Anblickbei Jedem, der es sah, Bewunderung erregte. Jndeß selbst der Fuß-Hoden entging seiner Aufmerksamkeit nicht: er schmückte ihn auf dasHerrlichste mit Marmor. Hierauf wandte sich seine Aufmerksamkeit aufdas, was außerhalb des Tempels sich befindet. Er baute zu beidenSeiten auf das Künstlichste Anbäue und große Gemächer, welche anden Seiten mit der Basilika in Verbindung standen und mit denPforten, welche mitten hinein in den Tempel führen, zusammenhangen.Diese errichtete unser so friedliebender Salomon, der Erbauer des Tempels

(l) Psalm 104, 16.