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Kirchengeschichte
Entstehung
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346
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34V Kvnstantinus u. Licinius. Jahr Christus .) 15. Melchiades.»den Pokal meines Zorns, hast dn ausgetrunken und geleert. Und es war»keines oon allen deinen Kindern, die du geboren, das dich tröstete, und»keines war, das dich bei der Hand genommen hätte. Siehe, ich habe aus«deiner Hand genommen den Becher des Verderbens, den Pokal meines»Zorns, und du wirst nicht ferner trinken ans ihm. Ich werde ihn geben«in die Hände derer, die dich beleidigt, und derer, die dich erniedrigt»haben.(1) Stehe auf, stehe auf, ziehe an die Kraft, ziehe an deine Herr-»lichkeit. Schüttle den Staub ab und erhebe dich. Lasse dich nieder, lose»ab die Bande deines HalseS. (2) Erhebe ringsherum deine Augen undsiehe deine Kinder versammelt. Siehe, sie sind versammelt worden undzu dir gekommen. So wahr ich lebe, spricht der Herr. Du sollst sie alle»wie einen Schmuck anziehen und sie dir umlegen, wie den Schmuck einerBraut. Deine Wüsten und was verdorben war und verfallen , wird jetzt»zu enge seyn für deine Bewohner, und eS werden weit entfernt werden vondir diejenigen, welche dich verschlungen haben. Denn es werden dir in»die Ohren sagen deine Söhne, welche du verloren hast: der Raum ist mirzu enge; verschaffe mir einen Ort, wo ich wohnen kann. Und du wirst»in deinem Herzen sprechen: Wer hat mir diese gezeugt? Ich bin kinderlos»und eine Witttve. Wer hat mir diese erzogen? Ich bin allein gelassenworden. Wo waren mir denn diese?"(Z) Dieses hat Jesaias vorausge-sagt, dieses ist schon in alter Zeit in Betreff unserer in der heiligen Schriftniedergelegt worden. Wir aber sollten von der Wahrhaftigkeit dieser»Worte endlich auch durch die That selbst überzeugt werden. Denn da der«Bräutigam, das Wort, solches seiner Braut, der gottgeweihten und hei-ligen Kirche, zurief, so war es natürlich, daß dieser hier der Braut,»ihr, der Verlassenen, gleich einem Leichname daliegenden und von»allen Menschen aufgegebenen, auf euer Aller gemeinschaftliches Gebet, eureHände entgegenreckte, sie aufrichtete und erhub, nach dem Winke»Gottes, des Allwaltenden, und durch die reiche Macht Jesu Christi undsie sodann so ausstattete, wie er aus der Beschreibung der heiligen Orakelbelehrt worden war. Es ist nun dieß zwar ein sehr großes, nicht genuganzustaunendes Wunder, namentlich für diejenigen, auf welche nur dieäußere Erscheinung Eindruck macht. Aber wunderbarer noch, als alleWunder, sind die Urbilder, ihre geistigen Vorbilder und die gotteswür-digen Muster, ich meine die Erneuerungen des göttlichen Baues in unfernSeelen, welchen der Gottsohn selbst nach seinem eigenen Bilde geschaffen,»in allen Stücken und in jeder Beziehung mit Gottähnlichkeit begabt, undals eine unsterbliche Schöpfung, als ein unkörperliches, vernünftiges,»jedem irdischen Stoffe fremdes, mit eigener Intelligenz begabtes Wesen,nachdem er es einmal ans dem Nichts zum Seyu hervorgerufen hatte, sichund dem Vater zur heiligen Braut und zum allheiligen Tempel bereitet

(1) Jcs. 5t, 17. 18. 22. 23.

12) Jes. 52, 1. 2.

13) Jes. 49, 18-21.