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Kirchengeschichte
Entstehung
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343
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KvnstantinnS n. LiciniuS. Jahr Christus 315. Melchiadeö. A UjTyrannen in ihren Seelen erstarrten, so laßt sogar diese das seligma-chende Wort Gottes nicht ohne Pflege und übersieht sie nicht, sondern esheilt sie mit liebender Sorgfalt und fordert sie zu Empfangnng derTröstungen Gottes auf mit den Worten: Tröstet euch, ihr Kleinmü-thigen, seyd stark, fürchtet euch nicht. Nachdem unser neuer trefflicherJorobabel mit den scharfen Ohren des Verstandes das weissagendeWort gehört hatte, daß diejenige, welche wegen Gott öde wurde, diesesGlückes genießen solle, so ließ er nach jener herben Gefangenschaft unddem Grunde der Verwüstung die leblose Leiche nicht außer Acht, sondernmachte sie vor allen andern mit eurer Aller altgemeinen Uebereinstim-mnng dem Vater durch Bitten und Anflehen geneigt, nahm den, dera.'k-n lebendig macht von den Todten, zum Mitstreiter und Bundes-genossen an und richtete die Gefallene wieder auf, nachdem er sie vor-her von allem Unrath gereinigt und gesäubert hatte. Allein er legteihr nicht ihr ehemaliges altes Gewand um, sondern ein solches, wieer es aus der heiligen Schrift kennen gelernt hatte, in welcher(1) esdeutlich heißt:ES soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größerwerden, als die des ersten gewesen ist." Er umfaßte demnach einen vielgrößern Raum und sicherte den äußern Umfang mit einer das Ganzein sich begreifenden Ringmauer, welche dein Ganzen zu einer festenSchntzwehr dienen sollte. Ein ansehnlicher, hochragender Vorhof er-streckte sich gegen die Strahlen der aufgehenden Sonne hin, welcherauch denen, welche weit außerhalb des heiligen Bezirks standen, be-gueme Gelegenheit zur Betrachtung des Innern gab und auch die Blickeder unserer Religion nicht Angehörigen zu den ersten Eingängen gewiffer-maßen hinzog, damit Niemand vorübergehen könnte, ohne von demAndenken an die frühere Oede und dem Anschauen des gegenwärtigenunerwarteten Wunders heftig ergriffen zu werden, wodurch er hoffte,daß dadurch der in solcher Stimmung sich Befindende herbeigezogenund schon durch den Anblick selbst zum Eintreten bewogen werden könnte.Wenn man aber zu den Thoren hineingegangen war, so gestattete ernicht, daß man sogleich mit unreinen, ungewaschenen Füßen das Hei-ligthnm betrat, sondern er ließ zwischen dem eigentlichen Tempel und denersten Eingängen einen ansehnlichen Zwischenraum und schmückte diesenmit vier auf allen Seiten schrägen Hallen, womit er den Ort in Gestalteines Vierecks umgab und welche allenthalben auf Säulen sich erhoben.Den Zwischenraum zwischen diesen umschloß er mit einem verhältniß-mäßig hohen hölzernen Gitterwerk. Den Mittlern Raum zwischen denHallen aber ließ er offen und frei, damit man den Himmel schauenund die helle, reine Luft im Glanz der Sonnenstrahlen sehen könnte.Hier stellte er die Zeichen der heiligen Reinigungen auf, indem er demTempel gegenüber Quellen einrichtete, welche den in das Innere des

(1) Hagg. 2 , 10.