Konstantinus u. Llcim'us. Jahr Christus 515. Mclchiades. 339„einzigen Gott ehren und aller Menschen gemeinschaftlichen Wohlthäter„anerkennen, Christus als Gottes Sohn und Konig über Alles erkennen,„ihn an Säulen Retter nennen und seine Grvßthaten und Siege über die„Gottlosen mitten in der welthcrrschenden Stadt mit kaiserlichen Buchstaben„zum unvergänglichen Andenken aufzeichnen, so daß unter Allen von Ewig-keit her Christus, unser Erlöser, allein auch von den auf Erden am Hoch-elsten Stehenden nicht als ein gewöhnlicher, von Menschen herstammender„König anerkannt, sondern als echter Sohn des allmächtigen Gottes und„selbst Gott angebetet wird. Und dieß mit Recht. Denn welcher König„hat sich je einen so hohen Ruhm erworben, daß sein Name von allen Zun-„gcn erschallt wäre, in allen Ohren getönt hätte? Welcher König hat so„fromme und so weise Gesetze gegeben, daß er es dahin gebracht hätte, daß„sie von einem Ende der Welt bis an das andere, so weit man hören kann,„von allen Menschen fortwährend gelesen worden wären? Welcher hat die„barbarischen und rohen Sitten wilder Völker durch seine milden und men-schenfreundlichen Gesetze verdrängt ? Wer hat, ganze Jahrhunderte hindurch„von Allen bekriegt, eine solche übermenschliche Tapferkeit gezeigt', daß er„täglich noch blüht und immerdar jung bleibt? Wer hat ein Volk, das vor-„dem nicht einmal dem 'Namen nach bekannt war, sondern über die ganze„Erde hin, so weit die Svune scheint, nicht einmal in einem verborgenen„Winkel der Erde, gegründet? Wer hat seine Krieger mit den Waffen der„Frömmigkeit dergestalt verwahrt, daß sich ihre Seelen in den Kämpfen„gegen die Widersacher fester als Diamant erwiesen ? Welcher König herrscht„nachstciuem Tode so gewaltiglich und führt Heere an, errichtet Siegeszei-„chen über seine Feinde und füllt jeglichen Ort, jegliches Land und jegliche„Stadt, unter den Griechen, wie bei den Barbaren, mit seinen königlichen„Palästen und mit den Weihgeschcnken heiliger Tempel an, dergleichen hier„die wunderschönen Zierrathen und Weihgeschenke dieses Tempels sind,„welche schon an und für sich wahrhaft majestätisch und großartig, erstan-„nens- und bewunderungswürdig und wahrhaft sprechende Beweise des„Reiches Christi sind ? Denn auch jetzt hat er gesprochen und es ist geschehen,^er hat geboten und es ist dagestanden, (t) Denn was wäre auch im Stande„gewesen, dem Winke des Wortes, das der König aller Könige, der oberste„Fürst und selbst Gott ist, sich zu widersetzen? Doch, um dieß näher zu„betrachten und zu erklären, würde es eines besondern Vortrages bedürfen,„so wie auch, um zu beschreiben, wie groß der Eifer derjenigen gewesen,„welche an diesem Baue arbeiteten und wie hoch der von uns als Gott Ge-„priescne ihn anschlägt, er, der in den lebendigen Tempel, den wir selbst„ausmachen, hineinsieht und in das aus lebendigen, starken Steinen gebaute„HauS hineinschaut, dessen guten und festen Grund die Apostel und Pro-„pheten bilden und dessen Eckstein Jcsus Christus selbst ist, welchen zwar„nichr bloß die Baumeister jenes alten, jetzt nicht mehr bestehenden, sondern
(t) Psalm 33, S.
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